Freitag, 23. Juni 2017

Kanzler der Einheit Helmut Kohl ist tot

Helmut Kohl (3. April 1930 - 16. Juni 2013; Archivbild aus dem Mai 2013).

Helmut Kohl ist tot. Der Altkanzler starb laut "Bild"-Zeitung am Freitagmorgen in seinem Haus in Ludwigshafen im Alter von 87 Jahren. Kohl war von 1982 bis 1998 Bundeskanzler.

Die CDU bestätigte Kohls Tod per Twitter:


Der 1930 geborene CDU-Politiker war der am längsten amtierende Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Auch der frühere "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, der als enger Freund der Familie Kohls gilt, meldete über Twitter den Tod des Altkanzlers.

Kohl war von 1973 bis 1998 CDU-Vorsitzender und gilt als Vater der deutschen Einheit, die in seine Kanzlerschaft fiel. Er war Wegbereiter der Europäischen Union. In seiner Amtszeit wurde zudem die Einführung des Euro beschlossen.

Seit einem Sturz und Schädel-Hirn-Trauma 2008 war Kohl schwer krank und saß im Rollstuhl. 2015 hatte sich sein Zustand deutlich verschlechtert, nach monatelangem Klinikaufenthalt kam er aber wieder zu Kräften. Im April 2016 hatte er zuhause in Oggersheim Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban empfangen.

Als Kohls größter Erfolg gilt die deutsche Wiedervereinigung. Kohl erkannte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989, dass das Fenster für die deutsche Einheit nur kurz geöffnet sein würde. Unter Hochdruck handelte er mit den Staats- und Regierungschefs der USA, Russlands, Großbritanniens, Frankreichs sowie den Verantwortlichen der Europäischen Union die Modalitäten dafür aus.

Von 1969 bis 1976 war der geborene Ludwigshafener Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, von 1973 bis 1998 war er CDU-Bundesvorsitzender. Anfang der 90er Jahre war Kohl Ziehvater von Angela Merkel in Bundesregierung und Partei. Wegen einer Spendenaffäre, in die Kohl maßgeblich verwickelt war, forderte Merkel Ende der 90er Jahre als damalige CDU-Generalsekretärin die Partei zur Loslösung vom Übervater auf. Ihr Verhältnis zu Kohl blieb bis zuletzt belastet.

cr/dpa/AFP/rtr

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