Montag, 15. Oktober 2018

Große Gehaltsunterschiede bei Staatsdienern Wo Beamte in Deutschland am meisten verdienen

Polizist in Nordrhein-Westfalen

Große Gehaltsunterschiede bei Staatsdienern: In Bayerns werden Beamte im bundesweiten Vergleich am besten bezahlt, die Staatsdiener in Berlin und im Saarland bekommen am wenigsten Geld. Für die Betroffenen bedeutet das teilweise einen Unterschied von mehreren tausend Euro pro Jahr.

Das geht aus dem neuen Besoldungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, der am Mittwochveröffentlicht wurde. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe hatten zuerst darüber berichtet.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack beklagte eine "Besoldungspolitik nach Kassenlage". Bund und Länder nähmen es in Kauf, "dass der öffentliche Dienst im Wettbewerb um Fachkräfte oft nicht mehr konkurrenzfähig" sei.

Gerade schlechter zahlende Bundesländer hätten zunehmend Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Erst vor wenigen Monaten war bekannt geworden, dass Berliner Polizisten, die die Hauptstadt verlassen wollen, nur schwer einen geeigneten Tauschpartner finden, weil Berlin für Polizisten aus anderen Bundesländern wenig attraktiv ist.

Der DGB hatte die Besoldung der 1,84 Millionen Beamten, Richter und Soldaten untersucht, die bei Bund, Ländern und Kommunen beschäftigt sind. Hannack nannte es nicht nachvollziehbar, dass beispielsweise eine gerade in den Staatsdienst übernommene Justizvollzugsbeamtin in Berlin 12 Prozent weniger Gehalt bekomme als ihre Kolleginnen in Bayern.

In der Besoldungsgruppe A7, die unter anderem für Brandmeister und für Obersekretäre im Vollzugsdienst gilt, liegt das jährliche Einstiegsgehalt in Bayern bei 30.191,34 Euro brutto, in Berlin hingegen nur bei 26.980,62 Euro. Ähnlich deutlich sind auch die Unterschiede in der Besoldungsgruppe A13 für Regierungsräte und Erste Hauptkommissare: In Bayern liegt die Jahresbruttobesoldung hier bei 65.494,87 Euro, das Saarland bezahlt lediglich 59.780,72 Euro.

nis/dpa

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