Montag, 17. Dezember 2018

Finale im Poker um Atomausstieg Steuerzahler soll Atomkonzerne entsorgen

Kernkraftwerk Grohnde des Eon-Konzerns in Niedersachsen: Für die Steuerzahler und die vier Atom-Konzerne Eon , RWE , EnBW und Vattenfall geht es bei den Verhandlungen um den Atomausstieg um sehr viel Geld

Die Regierungskommission will heute einen "Entsorgungskonsens" vorstellen, der die Kosten des Atomausstiegs zwischen Energiewirtschaft und Staat fair aufteilt. Kritiker fürchten, dass der Steuerzahler den Energieriesen mit seinem Beitrag viele Sorgen abnehmen wird.

Einen "Entsorgungskonsens" zum Atomausstieg wollen die drei Chefs der Regierungskommission an diesem Mittwochnachmittag vorstellen - 30 Jahre nach dem GAU in Tschernobyl und fünf Jahre nach der Atom-Katastrophe in Fukushima. Eigentlich. Doch wenn sich in letzter Minute nicht noch etwas tut, wird es wohl vorerst nichts mit dem Konsens zwischen Staat und Stromriesen. Für die Steuerzahler und die vier Atom-Konzerne Eon , RWE , EnBW und Vattenfall geht es um sehr viel Geld.

Was war der Auftrag der Kommission?

Die 19-köpfige Kommission unter Leitung von Jürgen Trittin (Grüne), Ole von Beust (CDU) und Matthias Platzeck (SPD) lotet seit dem Herbst im Auftrag der Bundesregierung aus, wie die Finanzierung des Atomausstiegs gelingen kann - ohne dass sich bei Stilllegung und Rückbau der Atommeiler sowie Zwischen- und Endlagerung des Atommülls die Verursacher aus der Verantwortung stehlen. Es sollen aber auch das "ökonomische Überleben" der Konzerne gesichert und zugleich die Risiken für die Steuerzahler minimiert werden.

Was würden Stilllegung und Atommüll-Lagerung denn kosten?

Die Expertenkommission hat in ihren Beratungen Schätzungen von mindestens 48,8 Milliarden Euro unterstellt - berechnet zu Preisen von 2014. Ein Szenario kommt bis 2099 auf mögliche Gesamtkosten (mit Inflation und steigenden Kosten) von fast 170 Milliarden Euro.

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