Montag, 20. August 2018

Arbeitkosten-Lücke immer noch groß Arbeit ist im Osten Deutschlands ein Viertel billiger

Der Arbeitskosten-Unterschied zwischen Ost- und West-Deutschland ist besonders groß im verarbeitenden Gewerbe

Gut für Unternehmen, schlecht für Arbeitnehmer. 30 Jahre nach der Wende liegen die Arbeitskosten in Ostdeutschland noch fast ein Viertel unter dem Niveau im Westen. Noch weiter klafft die Arbeitskostenlücke bei kleinen und großen Betrieben auseinander.

Gut für Unternehmen, schlecht für Arbeitnehmer. 30 Jahre nach der Wende liegen die Arbeitskosten in Ostdeutschland noch fast ein Viertel unter dem Niveau im Westen. Noch weiter klafft die Arbeitskostenlücke bei kleinen und großen Betrieben auseinander.

In Ostdeutschland kostet Arbeit auch knapp 30 Jahre nach der Wende noch deutlich weniger als in den alten Bundesländern. Die Kosten je Stunde - also Löhne und Gehälter plus Nebenkosten wie Sozialbeiträge - lagen 2016 mit 26,14 Euro um 23,5 Prozent unter dem Stand Westdeutschlands einschließlich Berlin (34,19 Euro), teilte das das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Der bundesweite Schnitt betrug 33,09 Euro.

Der größte Abstand zwischen Ost und West gab es mit 36,4 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe, "das in besonderem Maße dem Standort- und Produktwettbewerb ausgesetzt ist", hieß es. Kurz nach der Wiedervereinigung hatte der Abstand 1992 hier bei etwa 53 Prozent gelegen. Bis 1996 war die Lücke kräftig bis auf rund 43 Prozent gesunken. "Seitdem hat sich die Annäherung verlangsamt", erklärte das Amt.

Zwischen großen und kleinen ist die Lücke noch größer

Die Arbeitskosten in großen Unternehmen mit mindestens 1000 Beschäftigten waren 2016 in Ost und West etwa doppelt so hoch wie in kleinen Firmen mit zehn bis 49 Mitarbeitern. Im Westen arbeitete allerdings gut ein Drittel der Beschäftigten in einem großen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, im Osten nur 15 Prozent. Den geringsten Abstand der Arbeitskosten gab es in der öffentlichen Verwaltung (4,5 Prozent) sowie im Bereich Erziehung und Unterricht (6,8 Prozent).

Im vergangenen Jahr lag Deutschland innerhalb der EU mit Arbeitskosten von 34,50 Euro pro Stunde auf dem sechsten Rang. Teurer sind demnach Dänemark (43,60 Euro), Belgien und Schweden (jeweils 41,70) sowie Luxemburg (37,30) und Frankreich (36,80).

rei/dpa

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