Dienstag, 26. Juli 2016

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DIW-Check Linke will Steuerzahler am stärksten entlasten

Mehr im Portemonnaie: Mit diesem Versprechen ziehen CDU/CSU, FDP und Linke in den Wahlkampf

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat die Steuerpläne der Parteien verglichen. Die Pläne der Grünen belasten Steuerzahler am höchsten - allerdings vor allem wohlhabende Haushalte. Der von Union und FDP geplante Abbau der kalten Progression kostet den Fiskus knapp 4 Milliarden Euro.

Berlin - Die Steuerpläne von SPD und Grünen bringen nach einer Studie des Berliner Wirtschaftsinstituts DIW pro Jahr 6,5 bis 7,5 Milliarden Euro Mehreinnahmen in die Staatskasse. Nennenswert belastet von den geplanten Erhöhungen würden lediglich die einkommenstärksten 5 Prozent der Haushalte, ging aus der am Mittwoch vorgestellten Erhebung hervor.

Pläne der Partei Die Linke, die die Mittelschicht breit entlasten wolle, führten zu Einnahmeausfällen von 16 Milliarden Euro.

Der von CDU/CSU und FDP geplante Abbau der kalten Progression bei unteren und mittleren Einkommen kostet der DIW-Studie zufolge 3,7 Milliarden Euro.

Rot-grüne Steuerpläne belasten rund 5 Prozent der Haushalte

Das Institut hatte die Vorschläge der Bundestagsparteien zum Einkommensteuertarif und zur Besteuerung der Kapitaleinkünfte untersucht. Das SPD-Programm würde den einkommensstärksten 5 Prozent der Haushalte demnach eine zusätzliche Steuerlast von durchschnittlich 2,23 Prozent abverlangen, was jährlich knapp 3300 Euro entspräche.

Die zusätzliche Steuerlast bei den Grünen läge bei 3,15 Prozent oder 4655 Euro. Die Linke würde auf breiter Front entlasten, lediglich die einkommenstärksten 5 Prozent würden mit durchschnittlich 4,15 Prozent oder 6132 Euro mehr belastet.

Die Ökonomen gehen jedoch davon aus, dass die von den Erhöhungen betroffenen Einkommensschichten erhebliche Anstrengungen unternehmen werden, diese Steuern zu vermeiden. Deshalb veranschlagen sie von den rein rechnerischen Steuermehreinnahmenprognosen gerade mal 30 bis 50 Prozent, die tatsächlich in der Staatskasse ankommen dürften.

nis/afp

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