19.02.2013
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Gfk-Konsumklima
Verbraucher stützen deutsche Wirtschaft immer stärker

Altmarkt-Galerie in Dresden: Niedrige Zinsen machen das Sparen unattraktiv - und verlocken zum Geldausgeben
DPA

Altmarkt-Galerie in Dresden: Niedrige Zinsen machen das Sparen unattraktiv - und verlocken zum Geldausgeben

Die Verbraucher werden eine immer stärkere Stütze der deutschen Wirtschaft. Das Konsumplus 2013 wird laut des Marktforschers GfK höher ausfallen als das vom Bundesamt geschätzte Wirtschaftswachstum. Grund für die Konsumfreude ist die Euro-Krise: Aus Angstsparern werden Angstkonsumenten.

Nürnberg - Vor allem dank des robusten Arbeitsmarkts dürften die Deutschen 2013 mehr Geld ausgeben als im vergangenen Jahr, erklärte der Marktforscher GfK am Dienstag. "Der private Konsum wird nach unseren Berechnungen in diesem Jahr real um 1,0 Prozent steigen." 2012 waren die Verbraucherausgaben nach vorläufigen amtlichen Zahlen um 0,8 Prozent gestiegen.

Der Konsumplus 2013 wird laut GfK höher ausfallen als das Wirtschaftswachstum, das vom Bundesamt mit ebenfalls 0,8 Prozent veranschlagt wird.

"Der Binnennachfrage kommt eine immer wichtigere Rolle zu", sagte GfK-Chef Matthias Hartmann. Sie macht rund 60 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. "Beflügelt durch die positive Lage am Arbeitsmarkt gehen die Deutschen davon aus, dass ihre Einkommen in nächster Zeit steigen werden", erklärte die GfK. Die gefühlte Jobsicherheit gebe den Verbrauchern auch ausreichend Planungssicherheit für größere Anschaffungen.

Trotz der Konjunkturflaute stehen in Deutschland so viele Menschen in Lohn und Brot wie noch nie. Im vierten Quartal 2012 hatten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag rund 41,9 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in der Bundesrepublik. Dies ist der höchste Stand seit der Wiedervereinigung. Binnen eines Jahres nahm die Zahl der Beschäftigten um 320.000 oder 0,8 Prozent zu.

Schuldenkrise verleitet zum Geldausgeben

Zum Geldausgeben verleitet werden die Verbraucher aber auch durch die europäische Schuldenkrise, wie die GfK beobachtet: Wegen der niedrigen Zinsen und der Sorgen um die Zukunft des Euro sitze das Portemonnaie lockerer. "Überspitzt formuliert, scheinen die Konsumenten von Angstsparern zum Angstkonsumenten geworden zu sein", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Während Ausgaben für Immobilien und Renovierungen boomen, kann der Handel davon aber wohl weniger profitieren. Lediglich nominal dürften die Ausgaben für Lebensmittel, Drogerieartikel, Textilien, Elektroartikel, Möbel und Heimwerkerbedarf im laufenden Jahr um 1,1 Prozent steigen, sagte GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth.

Auch wegen der abflauenden Euro-Krise erhält das Lager der Konjunktur-Optimisten immer mehr Zulauf: Anleger und Analysten bewerten die Aussichten der deutschen Wirtschaft so gut wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Das ZEW-Barometer kletterte im Februar überraschend stark um 16,7 auf 48,2 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner Umfrage unter rund 300 Finanzmarkt-Profis mitteilte. "Nach ihrer Auffassung bläst der Gegenwind aufgrund der Euro-Krise der deutschen Wirtschaft weniger stark ins Gesicht als noch vor wenigen Monaten", hieß es. Wenn dies in den nächsten Monaten so bleibe, dürfte die Konjunktur "moderat an Fahrt gewinnen".

Auch die harten Konjunkturdaten signalisieren einen Aufschwung in Europas größter Volkswirtschaft. Die Industrie steigerte ihre Produktion zuletzt wieder, während sie gleichzeitig mehr Aufträge an Land zog. Die Stimmung unter den vom Ifo-Institut befragten 7000 Managern hellte sich zuletzt drei Monate in Folge auf. Wenn das Ifo-Institut am Freitag das Ergebnis seiner Februar-Umfrage veröffentlicht, wird ein erneuter Anstieg erwartet.

la/reuters

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