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14.02.2013
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Rückruf von Real
Pferdefleisch auch in deutschen Produkten

Guten Appetit: Real hat in der "Tip-Lasagne" Pferdefleisch gefunden
DPA

Guten Appetit: Real hat in der "Tip-Lasagne" Pferdefleisch gefunden

Lasagne mit Pferdefleisch ist jetzt auch in deutschen Supermärkten aufgetaucht. Die Supermarktkette Real ruft ein Produkt zurück. Verbraucherministerin Ilse Aigner ist empört, die EU-Kommission schlägt Gentests zur Kontrolle vor.

Berlin/Brüssel - Im Pferdefleischskandal sind nun auch in Deutschland Produkte mit falsch deklariertem Fleisch aufgetaucht. Die Supermarktkette Real rief die "Tip Lasagne Bolognese, 400g, tiefgekühlt" zurück, nachdem in einzelnen Stichproben Anteile von Pferdefleisch gefunden worden waren, wie das Unternehmen mitteilte.

"Diese Maßnahme erfolgt rein vorsorglich, da zu keinem Zeitpunkt ein Hinweis auf ein gesundheitliches Risiko für Verbraucher bestand", hieß es. Das Produkt genüge jedoch nicht den Qualitätsansprüchen des Unternehmens. Bereits am vergangenen Freitag hatte Real als reine Vorsichtsmaßnahme nach einem Hinweis des Herstellers das Produkt aus dem Verkauf genommen.

Auch andere Unternehmen wie Kaiser's Tengelmann, Rewe, Edeka und Eismann überprüfen verdächtige Produkte. In Deutschland stehen bisher sechs Unternehmen auf der Kontrollliste der Behörden. Aus der Auswertung der Lieferlisten ergebe sich, dass zwischen November 2012 und Januar 2013 über einen Zwischenhändler verdächtige Produkte in größerem Umfang nach Deutschland gekommen seien, erklärte der nordrhein-westfälische Verbraucherminister Johannes Remmel von den Grünen.

Politiker reagierten mit Empörung . "Man könnte fast sagen: Es ist eine echte Sauerei", sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) im ARD-"Morgenmagazin". Ihr Kollege Remmel schloss weitere Funde nicht aus. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kritisierte die Billig-Produktion von Fleisch. "Beim Pferdefleisch zeigt sich, dass die Billig-Billig-Ideologie wirklich Probleme bereitet", sagte sie im Bayerischen Rundfunk.

EU-Kommission fordert Gentest

Die EU-Kommission will verarbeitetes Rindfleisch nun mit einem DNA-Test kontrollieren lassen. An diesem Freitag sollen Experten aus allen 27 EU-Staaten über den Vorschlag entscheiden. Die ersten 2500 Gentests könnten den Plänen zufolge im März stattfinden, etwa 200 davon in Deutschland, teilte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg nach einem Krisentreffen acht beteiligter Staaten in Brüssel mit. Ergebnisse sollen Borg zufolge Mitte April veröffentlicht werden. Insbesondere Irland und Großbritannien hatten auf gentechnische Untersuchungen gedrungen.

Um sicherzustellen, dass Verbraucher mit dem Fleisch keine Pferdemedikamente zu sich nehmen, will die EU-Kommission eine weitere Testreihe vorschlagen. Dabei sollen die Behörden Pferdefleisch auf mögliche Rückstände des Medikaments Phenylbutazon untersuchen. Das Mittel wird bei Pferden gegen Entzündungen eingesetzt. Es gilt auch als Dopingmittel im Pferdesport. 1500 in die EU eingeführte Pferdekadaver sollten untersucht werden, zudem 2500 in Europa geschlachtete Tiere.

In den vergangenen Wochen waren in mehreren Ländern der EU Fertiggerichte entdeckt worden, in denen statt des angegebenen Rindfleischs auch oder ausschließlich Pferdefleisch verarbeitet worden war. Die Europäer verspeisen nach Angaben der EU-Kommission wissentlich jährlich 110.000 Tonnen Pferd, 70.000 Tonnen davon aus heimischer Zucht.

mg/dpa

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