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09.02.2013
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Plagiatsaffäre
Schavan tritt als Bildungsministerin zurück

Annette Schavan: Rücktritt vom Ministeramt
dapd

Annette Schavan: Rücktritt vom Ministeramt

Bundesbildungsministerin Annette Schavan verzichtet als Konsequenz aus der Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit auf ihr Amt. Sie habe den Rücktritt "sehr schweren Herzens angenommen", sagte Kanzlerin Angela Merkel. Nachfolgerin Schavans soll Johanna Wanka werden.

Berlin - Schavan habe ihr ihren Rücktritt vom Amt angeboten, den sie "sehr schweren Herzens angenommen" habe, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag in Berlin. Nachfolgerin Schavans soll die scheidende niedersächsische Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) werden.

Mit Schavan verlasse "eine der anerkanntesten und profiliertesten Bildungs- und Forschungspolitikerinnen unseres Landes, im Grunde die profilierteste Bildungspolitikerin unseres Landes", die Regierung, bedauerte Merkel und würdigte Schavans Leistungen als "außerordentlich". "Bildung und Wissenschaft verdankten ihr viel." Schavan wisse, "was das Beste an unserem Land" sei, nämlich "die Köpfe und Kreativität unserer Schüler, Studenten, Auszubildenden, Lehrer und Wissenschaftlerinnen". Mit dem Namen Schavan blieben "viele Maßnahmen und Initiativen verknüpft, die diesen Schatz heben".

Schavan bekräftigte, sie werde die Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf "nicht akzeptieren und dagegen klagen". "Ich habe in meiner Dissertation weder abgeschrieben noch getäuscht." Wenn eine Forschungsministerin gegen eine Universität klage, "dann ist das mit Belastungen verbunden, für mein Amt, für das Ministerium, die Bundesregierung und auch die CDU."

Dies wolle sie vermeiden, denn das Amt des Bundesbildungsministers dürfe "nicht beschädigt werden." Künftig wolle sie sich auf ihr Bundestagsmandat konzentrieren.

Schavan will gegen Uni Düsseldorf klagen

Die Universität Düsseldorf hatte am Dienstag entschieden, Schavan ihren vor 33 Jahren erworbenen Titel wegen Plagiaten in ihrer Dissertation "Person und Gewissen" abzuerkennen. Das Gremium warf der Ministerin vor, systematisch und vorsätzlich Gedanken anderer Autoren als eigene ausgegeben zu haben. Schavan will gegen den Beschluss vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf klagen. Bis zu einem Urteil könnten aber Jahre vergehen, weshalb die Opposition Schavan für nicht mehr tragbar hielt. Die Ministerin war erst am Freitagabend von einer Dienstreise aus Südafrika zurückgekehrt.

Schavans designierte Nachfolgerin Wanka bringe als promovierte Mathematikerin und langjährige Wissenschaftsministerin in Brandenburg und Niedersachsen "beste Voraussetzungen" mit, betonte Merkel. "Ich habe mich gefreut, dass sie mir für diese Aufgabe zugesagt hat." Die 61-Jährige soll die Ernennungsurkunde am Donnerstag von Bundespräsident Joachim Gauck in Empfang nehmen. Bei derselben Zeremonie wird Schavan nach fast acht Jahren im Amt verabschiedet.

Wanka dankte Merkel in einer in Hannover veröffentlichten Erklärung "für das in mich gesetzte Vertrauen". Persönlich bedauere sie den Rücktritt Schavans sehr. "Sie hat für die Bildung in Deutschland außerordentlich viel erreicht."

FDP-Parteichef Philipp Rösler erklärte, seine Partei habe "großen Respekt" vor Schavans Entscheidung. "Ihre Leistungsbilanz bleibt unbestritten." SPD-Parteichef Sigmar Gabriel sagte der "Welt am Sonntag", Schavan sei eine "hoch anständige und kompetente Kollegin, um die es mir außerordentlich leid tut". Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin erklärte, er nehme den Rücktritt "mit Respekt" zur Kenntnis. Die forschungspolitische Sprecherin der Linken, Petra Sitte, würdigte ungeachtet der inhaltlichen Differenzen Schavans Offenheit "für den Dialog". Schavan beweise "Verantwortungsbewusstsein".

la/afp/reuters

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