16.01.2013
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Re-Import
Bundesbank holt 700 Tonnen Gold heim

Goldreserven im Tresorraum der Federal Reserve: Die Deutsche Bundesbank will Gold aus New York und Paris nach Frankfurt zurückholen
DPA

Goldreserven im Tresorraum der Federal Reserve: Die Deutsche Bundesbank will Gold aus New York und Paris nach Frankfurt zurückholen

Die Deutsche Bundesbank scheut weder Kosten noch Risiken, um rund 700 Tonnen Gold aus New York und Paris nach Frankfurt zu holen. Die Echtheit der Barren wurde bereits per Röntgenspektrometer festgestellt - und dabei auf Probebohrungen und Einschmelzungen verzichtet.

Frankfurt - "Holt unser Gold heim!" - es scheint, als habe die Bundesbank den Ruf besorgter Bürger und kritischer Politiker erhört. Fast 700 Tonnen ihres Milliardenschatzes wollen Deutschlands Währungshüter bis 2020 aus New York und Paris nach Frankfurt holen. Zu groß war das öffentliche Misstrauen - auch wenn das so recht in der Bundesbank niemand zugeben will: Sind die Barren im Ausland überhaupt vorhanden? Ist das Gold dort sicher? Kann man im Krisenfall darauf zugreifen?

"Unser Gold ist physisch vorhanden", betont Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. "Ich habe im vergangenen Jahr alle Lagerstätten besucht und ich habe gesehen, was ich sehen wollte." Den Kollegen bei der US-Notenbank Fed in New York, wo derzeit fast die Hälfte der 3.391 Tonnen deutschen Goldes verwahrt werden, brachte Thiele aber auch gleich ein paar Zeitungsartikel mit: Sie sollten verstehen, wie groß die deutschen Sorge um den Milliardenschatz sind.

Vor laufenden Kameras präsentiert die Bundesbank am Mittwoch Gold zum Anfassen - und demonstriert zugleich, dass die Barren wirklich echt sind. Was an verstaubte Experimente aus dem Physikunterricht erinnert, ist nach Angaben der Notenbank neuester Stand der Technik: Aus einem unscheinbaren grauen Kasten werden Ultraschallwellen durch den Barren geschickt. An den grünen Ausschlägen auf dem kleinen Bildschirm erkennen die Experten, ob der Barren aus Gold ist oder nur eine goldene Hülle ein minderwertiges Metall umschließt.

Einschmelzung und Anbohrung nicht nötig

Per Röntgenspektrometer wird zudem die Reinheit gemessen. Helmut Rittgen, Bundesbank-Zentralbereichsleiter Bargeld, erklärt den Vorteil dieses zweistufigen Verfahrens: Die Barren müssen weder eingeschmolzen noch angebohrt werden, um ihre Echtheit zu prüfen.

So sehr sie alle glänzen: Die 82.857 Bundesbank-Barren, die schon in Regalen in heimischen Tresoren gestapelt oder in Containern gelagert werden, sind sehr unterschiedlich. Ein australischer Royal Mint bringt bei der Stichprobe am Mittwoch 12,45 Kilogramm auf die Waage, ein Degussa-Barren kommt auf 12,49 Kilo, ein Royal Canadian Mint auf 12,69 Kilo, ein US-Mint wiegt gar 13,28 Kilo. Manches Format erinnert eher an ein Kohlebrikett - wäre da nicht das enorme Gewicht.

Ab Mitte 1951 baute die Bank deutscher Länder als Vorgängerin der Bundesbank erste Goldreserven auf, in den 50er und 60er Jahren wuchs der deutsche Goldschatz rasant: Die Wirtschaftswunderjahre brachten der Bundesrepublik dank des Exports viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht werden konnten.

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