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09.01.2013
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EEG-Umlage
Das Schlimmste scheint überstanden

Von Nils-Viktor Sorge

Stromschwemme: Die erneuerbaren Energien drücken den Börsenpreis für Elektrizität. Das Problem - je niedriger der Börsenpreis, desto höher die Umlagekosten
DPA

Stromschwemme: Die erneuerbaren Energien drücken den Börsenpreis für Elektrizität. Das Problem - je niedriger der Börsenpreis, desto höher die Umlagekosten

Mit rund 17 Milliarden Euro haben die Stromkunden 2012 Elektrizität aus erneuerbaren Energien gefördert. Die EEG-Umlage ist zum Jahreswechsel auf über fünf Cent gestiegen. Die Verbraucher haben damit die heftigsten Preisschübe hinter sich - doch ein Unsicherheitsfaktor bleibt.

Hamburg - Im Dezember hat der Strompreis an der Börse mal wieder verrückt gespielt. Bis weit in den negativen Bereich rutschten die Notierungen in den Nächten zwischen den Weihnachtstagen. Derart heftig blies der Wind, dass die Rotoren laut Leipziger Strombörse ihren Saft mit einer Leistung von mehr als 20 Atomkraftwerken ins Netz drückten.

Elektrizität, die niemand brauchte, die aber dennoch gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz vergütet wurde.

"Das war schon extrem", beschreibt der Leiter Energiewirtschaft beim Netzbetreiber 50 Hertz, Klaus von Sengbusch, die Lage. Verantwortlich sei auch die geringe Nachfrage aufgrund der Feiertage und des milden Wetters gewesen. Zudem hatten manche Energieversorger aufgrund von Wetter-Fehlprognosen offenbar versäumt, ihre konventionellen Kraftwerke vom Netz zu nehmen.

Auf jeden Fall trug der Dezembersturm seinen Teil dazu bei, dass die Verbraucher im abgelaufenen Jahr so viel wie noch nie für die Ökostrom-Förderung zahlen mussten: Unterm Strich knapp 17 Milliarden Euro. Auch deshalb stieg die EEG-Umlage für Strom aus erneuerbaren Energien um fast 50 Prozent auf 5,27 Cent.

Offshore-Wind löst Fotovoltaik als neuen Kostentreiber ab

Ist das Ende der Fahnenstange damit erreicht? Einerseits mehren sich die Zeichen, dass die Belastung künftig nicht mehr stark zunimmt oder sogar zurückgeht: Die Vergütungssätze vor allem für Solarstrom sind deutlich gesunken, Betreiber von Fotovoltaik-Anlagen verbrauchen ihren Strom zunehmend selbst, manche Ausnahmen für die Industrie von der EEG-Umlage stehen auf dem Prüfstand.

In einer Untersuchung für die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber hat das Beratungsunternehmen r2b ermittelt, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr sowohl leicht über als auch leicht unter dem gegenwärtigen Niveau liegen könnte.

Auffällig im Szenario für die nächsten fünf Jahre ist zudem, dass die jährliche Förderung der Fotovoltaik nicht mehr so viele zusätzliche Kosten mit sich bringt - sie steigt um moderate 10 Prozent auf gut elf Milliarden Euro. Und das, obwohl die Studie unterstellt, dass die Deutschen weiter munter Solaranlagen bauen und diese Anlagen nochmal 50 Prozent mehr Strom erzeugen.

Auch die Fördergelder für neue Biomasse-Kraftwerke und Windräder an Land steigen trotz weiteren Zubaus nicht sprunghaft an. Lediglich die neuen Offshore-Windkraftwerke verursachen deutliche steigende Kosten von mehreren Milliarden Euro jährlich.

Unterm Strich könnten die Umlagekosten in den nächsten fünf Jahren von 17 auf 25 Milliarden Euro pro Jahr steigen - das Plus ergibt sich aber zum Großteil durch den Bau von Windparks auf dem Meer.

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