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23.12.2012
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Staat streicht Ausnahme
Golfplätze müssen wieder mehr für Strom bezahlen

Energieintensiver Sport: Vor allem Wasserpumpen lassen die Stromrechnung von Golfclubs steigen
Getty Images

Energieintensiver Sport: Vor allem Wasserpumpen lassen die Stromrechnung von Golfclubs steigen

Auch kurz vor den Feiertagen schwelt die Energiewende-Debatte. Die Highlights: Das Bundeswirtschaftsministerium streicht die Netzentgelt-Befreiung für Golfplätze, der Umweltminister ruft zum Stromsparen auf, und bei der EEG-Umlage wird die Industrie um vier Milliarden Euro entlastet.

Berlin - Das Bundeswirtschaftsministerium will die umstrittene Netzentgelt-Befreiung für Golfplätze nach einem Zeitungsbericht kippen. Die Bundesnetzagentur sei "um Prüfung gebeten, wie die bestehenden Kriterien geändert werden können", heißt es in einer Erklärung des Ministeriums, die der "Rheinischen Post" vorliegt.

Die mögliche Ausnahmeregelung für Golfplatze hatte immer wieder für Kritik gesorgt. Das Wirtschaftsministerium verwies dem Bericht zufolge darauf, dass die Ausnahmeregelung auf ein Gesetz der damaligen SPD/Grüne-Regierung von 2005 zurückgehe. "Rot-Grün hat für Golfplätze die Möglichkeit geschaffen, sich von den Stromnetzentgelten befreien zu lassen. Das machen wir jetzt rückgängig."

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Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat die Deutschen im Kampf gegen steigende Energiepreise derweil ermuntert, stärker Energie zu sparen. "Tatsächlich lässt sich in der Wirtschaft und in den Privathaushalten Energie sparen, ohne dass die Lebensqualität oder die Ertragslage eingeschränkt wird", sagte Altmaier derselben Zeitung. Er selbst versuche zuhause möglichst energiesparend zu leben.

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Die SPD will angesichts der steigenden Strompreise das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gründlich überarbeiten. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe) sagte Parteichef Sigmar Gabriel, die größte Gefahr für Wirtschaft und Arbeitsplätze in Deutschland bestehe darin, dass die Energiewende vor die Wand gefahren werde. Als Folge würden die Kosten für die Verbraucher und die Industrie explodieren.

Der SPD-Chef forderte die Schaffung eines Energieministeriums. "Zurzeit streiten sich sechs Minister um die Zuständigkeit in der Bundesregierung. Das Ergebnis: Es passiert gar nichts", klagte Gabriel. Künftig müssten erst die Netze gebaut und dann die erneuerbaren Energien dort zugebaut werden, wo es Stromleitungen gebe. "Zurzeit geschieht das zum Teil umgekehrt: Wir bauen, ohne zu wissen, wie wir hinterher den Strom transportieren."

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Nach einer von den Grünen in Auftrag gegebenen Studie könnten die Verzögerungen beim Bau der Stromleitungen zu den Windparks auf hoher See die Verbraucher deutlich teurer zu stehen kommen als von der Bundesregierung prognostiziert. Laut "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe) sind der Studie zufolge bis zu 2,7 Milliarden Euro Entschädigung für die Betreiber von Offshore-Windparks bis 2015 zu erwarten. Im Gesetz, das vorige Woche auch vom Bundesrat verabschiedet wurde, sei von einer Milliarde Euro die Rede. Die Kosten trügen laut Gesetz die Verbraucher.

Das Bundeswirtschaftsministerium wies die Befürchtungen zurück. Die Offshore-Kosten für die Stromverbraucher seien auf 0,25 Cent je Kilowattstunde begrenzt. "Dabei bleibt es. Höhere Kosten herbeizureden ist der untaugliche Versuch von Panikmache, die der Akzeptanz der Energiewende schadet", erklärte das Ministerium am Samstag.

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Wie das Hamburger Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" berichtet, hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Mitte Dezember rund 1550 Unternehmen mitgeteilt, dass sie von der sogenannten EEG-Umlage weitgehend ausgenommen sind. Mehrere Hundert strittige Anträge würden noch geprüft. Dem Magazin zufolge wird der wirtschaftliche Vorteil für die Betriebe nach Berechnungen der Grünen bis zu vier Milliarden Euro betragen - entsprechend höher falle die Stromrechnung für Privatkunden und kleinere Unternehmen aus.

nis/dpa-afx/dapd

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