Deutsche Bankmanager magazin RSS  - Deutsche Bank

Alle Artikel und Hintergründe


16.12.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Nach Bouffier-Anruf
Deutsche-Bank-Chef Fitschen im Kritikhagel

Jürgen Fitschen: Der Co-Vorstand der Deutschen Bank steht unter Druck
DPA

Jürgen Fitschen: Der Co-Vorstand der Deutschen Bank steht unter Druck

Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, hat sich in einem Anruf beim hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier über die medienwirksame Razzia in seinem Geldinstitut beschwert. Jetzt hagelt es Kritik. Zumal auch der Vorwurf im Raum steht, die Deutsche Bank habe Beweismaterial vernichtet.

Frankfurt - Nach der Razzia bei der Deutschen Bank gerät Co-Chef Jürgen Fitschen in der Politik immer stärker unter Druck. "Der Fisch stinkt vom Kopf her. Das gilt auch für die Vorstandsetage der Deutschen Bank", sagte Grünen-Chef Jürgen Trittin dem Magazin "Der Spiegel". Die Verwicklung in die Steueraffäre droht für Fitschen zu einer großen Belastung zu werden: Als eine Art "Außenminister" der Deutschen Bank und als künftiger Präsident des Bankenverbands BdB ist er auf gute Beziehungen zum politischen Berlin angewiesen.

Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause gehören zu den 25 Mitarbeitern der Bank, gegen die in der Affäre um Steuerbetrug im Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten ermittelt wird. Am Mittwoch hatten rund 500 Polizisten und Steuerfahnder die Frankfurter Zentrale der Bank durchsucht.

Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft wirft den 25 Mitarbeitern der Bank Steuerhinterziehung, Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung im Zusammenhang mit millionenschwerem Handel mit Luftverschmutzungsrechten (CO2-Zertifikate) vor. Fitschen hatte die Aktion am Tag darauf in einem "Handelsblatt"-Interview als "überzogen" bezeichnet und seine Unschuld beteuert.

Bank hat nach Ansicht der Ermittler zu spät gehandelt

Dem "Spiegel" zufolge beschwerte sich Fitschen auch in einem Anruf beim hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier über den massiven Einsatz. Es habe einen verheerende Wirkung auf das Außenbild der Bank, wenn Bilder und Berichte von bewaffneten Polizisten in dem Geldhaus um die Welt gingen. Bouffier habe ihm geantwortet, es sei aus seiner Sicht Aufgabe der Staatsanwaltschaft, den Umfang und Details solcher Einsätze festzulegen, da könne er sich nicht einmischen. Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte am Sonntag, dass Fitschen vergangene Woche mit Bouffier telefoniert hat. Zum Inhalt des Gesprächs wollte er keine Angaben machen.

Vier Angestellte sitzen seit der Razzia wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Vertuschung in Haft. Finanzkreisen zufolge wird einigen von ihnen vorgeworfen, E-Mails zu den fraglichen Geschäften gelöscht zu haben, um sie den Ermittlern vorzuenthalten.

Fitschen und Krause sind nach Angaben der Bank ins Visier der Ermittler geraten, weil sie die Umsatzsteuererklärung für 2009 unterschrieben hatten. Darin hatte das Institut 310 Millionen Euro Steuererstattungen geltend gemacht, die es nur wegen der Betrügereien beanspruchen konnte. Die Bank hatte die Erklärung später zwar korrigiert und auf die Ansprüche "vorläufig verzichtet" - nach Ansicht der Ermittler kam dieser Schritt aber zu spät.

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Kauf von ABS-Papieren
EZB sucht Hilfe bei der Deutschen Bank
Rechtsvorstand Christian Sewing
Ein Mann für zehn (plus x) Großbaustellen
Deutsche Bank
Ein Königstransfer mit gefährlichen Nebenwirkungen
Neuer Finanzvorstand
Was Marcus Schenck mitbringt

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH





Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?