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05.12.2012
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23,5 Milliarden Euro
Krankenversicherung häuft Rekordreserve an

Hohe Einzahlungen, niedrige Ausgaben: Die gesetzlichen Krankenkassen profitieren von der stabilen Lage auf dem Arbeitsmarkt
DPA

Hohe Einzahlungen, niedrige Ausgaben: Die gesetzlichen Krankenkassen profitieren von der stabilen Lage auf dem Arbeitsmarkt

So viel Geld hatte die Krankenversicherung noch nie auf der hohen Kante: Im dritten Quartal verbuchte die Kasse eine Rekordreserve von 23,5 Milliarden Euro. Spätestens 2014 wird das Finanzpolster aber auch dringend benötigt werden.

Berlin - Die stabile Wirtschaftslage und moderate Ausgabensteigerungen haben der gesetzlichen Krankenversicherung eine Rekordreserve von 23,5 Milliarden Euro beschert. Zu einem Finanzpolster von 14 Milliarden Euro bei den Krankenkassen kommt zum Ende des dritten Quartals eine Reserve von rund 9,5 Milliarden Euro beim Gesundheitsfonds, der Geldsammelstelle der Kassen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Zum Ende des ersten Halbjahrs belief sich die Reserve der gesetzlichen Krankenversicherung noch auf rund 21,8 Milliarden Euro.

Damit ist wohl auch vorerst der Höhepunkt erreicht. Im vierten Quartal dürfte es wohl nicht zu weiteren hohen Überschüssen kommen, hieß es weiter. Und 2014 schlagen das Aus der Praxisgebühr und Ausgabensteigerungen zu Buche.

Die Kassen erzielten in den ersten neun Monaten des Jahres einen Überschuss von rund 4,05 Milliarden Euro. Der Fonds wies ein Defizit von 15 Millionen Euro auf, dürfte aber aufgrund von Einmalzahlungen wie dem Weihnachtsgeld bis zum Jahresende noch steigende Beitragseinnahmen haben.

Für Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zeigen die Zahlen das solide finanzielle Fundament der Krankenversicherung. Die nötigen Mittel zur beschlossenen Abschaffung der Praxisgebühr Anfang 2013 seien vorhanden. Einnahmen von zwei Milliarden Euro pro Jahr fallen damit weg. Das Geld fließt aus der Fondsreserve. Bahr begrüßte, dass vor allem mit der Techniker Krankenkasse sich nun auch große Versicherungen zu Prämienausschüttungen an ihre Mitglieder entschlossen haben. "Allein davon werden mehr als sieben Millionen Mitglieder profitieren."

Rekordreserve trotz gestiegener Ausgaben

Die Ausgaben stiegen um 3,1 Prozent je Versicherten. Die Arzneimittelausgaben wuchsen nach vorerst nur vorübergehender Entspannung wieder - um 2 Prozent. Für Ärzte gaben die Kassen 2,1 Prozent mehr aus, für Kliniken 3,3 Prozent. Die Kliniken, die oft Einsparungen zu ihren Ungunsten beklagen, werden wohl bis zu 2,5 Milliarden Euro mehr in diesem Jahr bekommen. Der Steuerzuschuss des Bundes sinkt um 2,5 Milliarden Euro 2013 und um zwei Milliarden Euro 2014.

Die Finanzlage könnte sich im kommenden Jahr eintrüben. Der offizielle Schätzerkreis hatte im Oktober auf erhebliche Risiken aufgrund der unsicheren Lage des Euro-Raumes hingewiesen. Höhere Ausgaben für Ärzte, Arzneimittel und Kliniken dürften nach Angaben der Schätzer 2013 zu einem Ausgabenplus von 4,6 Prozent führen.

Die FDP hatte das Aus für die Praxisgebühr gegen den Widerstand der Union durchgesetzt, eine Senkung des Kassenbeitrags stand dagegen nicht näher zur Diskussion. Während Zusatzbeiträge im Wahljahr 2013 in größerem Stil durchgängig ausgeschlossen werden, gibt es für 2014 angesichts der Risiken keine Klarheit.

mg/dpa

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