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26.11.2012
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Keitel-Nachfolge
Ulrich Grillo wird BDI-Präsident

Neuer BDI-Präsident Grillo: "Zink und Schwefel gehören zusammen"
DPA

Neuer BDI-Präsident Grillo: "Zink und Schwefel gehören zusammen"

Ein Familienunternehmer spricht künftig für die deutsche Industrie. Der BDI hat Ulrich Grillo zum Nachfolger von Hans-Peter Keitel gewählt. Der Betreiber einer Zinkhütte im Ruhrgebiet hat sich einen Namen in der Rohstoffpolitik gemacht.

Berlin - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat den 53 Jahre alten Ulrich Grillo zum neuen Präsidenten gewählt. Er wird am 1. Januar 2013 den 65-jährigen Hans-Peter Keitel ablösen, dessen Amtsperiode turnusgemäß ausläuft. Das teilte der BDI am Montag in Berlin mit.

Nach dem ehemaligen Hochtief-Manager wird dann mit Grillo wieder ein Familienunternehmer an der Spitze von einem der einflussreichsten Verbände in Deutschland stehen. Unter den bisher zwölf BDI-Präsidenten waren Vertreter von Familienunternehmen eher die Regel als die Ausnahme: Fritz Berg von der Stahlfabrik Wilhelm Berg (1949-1971), Nikolaus Fasolt (Fliesenfabrik Wessel-Werk, 1978), Rolf Rodenstock von der gleichnamigen Brillenfirma (1978-1984), Tyll Necker von den Hako-Werken (1987-1990 und 1992-1994), Heinrich Weiss vom Anlagenbauer SMS (1991-1992), der Voith-Manager Michael Rogowski (2001-2004) und Keitels Vorgänger Jürgen Thumann von der Baufirma Heitkamp & Thumann (2005-2008).

Der BDI ist die Spitzenorganisation der deutschen Industrie und der industrienahen Dienstleister. Er spricht für 38 Branchenverbände, 15 Landesvertretungen und eigenen Angaben zufolge für mehr als 100.000 Unternehmen mit rund acht Millionen Beschäftigten.

Grillo ist derzeit Vizepräsident des BDI und Vorstandsvorsitzender der traditionsreichen Grillo-Werke in Duisburg. Das Unternehmen mit rund 1.600 Mitabeitern und 600 Millionen Euro Umsatz weltweit ist eines der weltweit führenden in der Zinkverarbeitung. Zweites Standbein neben dem Rheinzink-Werk in Datteln ist die Schwefelchemie mit Werken in Frankfurt am Main. "Zink und Schwefel gehören zusammen", sagt der Chef.

Grillo hat zusätzlich den Vorsitz im BDI-Ausschuss für Rohstoffpolitik und mehrere Aufsichtsrats- und Beiratsmandate inne. Er leitete die Gründung der Rohstoffinitiative der deutschen Industrie.

"Fragt, was ihr für euer Land tun könnt"

Grillo wurde am 2. September 1959 in eine der großen Gründerfamilien des Ruhrgebiets geboren. Heute leitet er den Familienkonzern in fünfter Generation. Spaß an der Politik? "Ja, ich streite gerne", sagt Grillo, in Maßanzug, perfekter Frisur, unprätentiös im Auftreten.

Er fügt aber im Bemühen, von für ihn noch unberechenbaren Journalisten nicht missverstanden zu werden, sogleich hinzu: "Ich kann nicht nur meckern, ich will auch was ändern." Dann kommt auch noch der Satz John F. Kennedys: "Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt."

Beweis: "Wir Grillos kümmern uns immer auch um die Gesellschaft." Sie stiften etwa Schauspielhäuser wie das Friedrich-Grillo-Theater in Essen. In diesem Zusammenhang ist von Ulrich Grillo - Grillo heißt Heuschrecke auf italienisch - das Bonmot überliefert, dass Heuschrecken nicht immer schlecht für den Standort Deutschland sein müssen.

Chef des Familienunternehmens zu sein, war ihm nicht vorbestimmt, auch nicht das Amt des BDI-Vizepräsidenten oder das knappe Dutzend Aufsichtsrats-, Beirats- und Kuratoriumsposten, die er jetzt innehat. Er war Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater, kam zu Rheinmetall, und dann hat er "irgendwann die Emotion gekriegt". Die Familie fragte, ob er nicht doch ...? Er stockte seinen Anteil an den Aktien auf 10 Prozent auf - fremdfinanziert, "aber ich habe Glück gehabt". So dokumentiert er auch materiell, dass er dazugehört. Seit 2001 hat er den Chefposten inne.

ak/dapd

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