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23.11.2012
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Zeitung nicht zu retten
"FTD" erscheint letztmalig am 7. Dezember

Aus und vorbei: Die "Financial Times Deutschland" wird eingestellt
dapd

Aus und vorbei: Die "Financial Times Deutschland" wird eingestellt

Jetzt ist es amtlich: Der Verlag Gruner + Jahr stellt "FTD" ein. Für das Anlegermagazin "Börse Online" sowie das Monatsmagazin "Impulse" prüft der Verlag die Möglichkeit eines Verkaufs. Gelingt dies nicht, werden auch diese Titel eingestellt.

Hamburg - Der Medienkonzern Gruner + Jahr stellt seine tägliche Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" ein. Das Traditionsmagazin "Capital" soll von Berlin aus weitergeführt werden, wie der Verlag am Freitag in Hamburg mitteilte. Die letzte Ausgabe sei für den 7. Dezember geplant, teilte der Verlag am Freitag mit.

Für die beiden Titel "Impulse" und "Börse Online" wird geprüft, ob sie verkauft werden oder ob sie durch ein Management-Buy-Out - also die Übernahme durch verlagsinterne Manager - weitergeführt werden können. Sollten die Gespräche nicht zu einem erfolgreichen Abschluss kommen, sei auch für diese beiden Wirtschaftsmagazine die Einstellung geplant.

Von den Maßnahmen sind bei den Titeln direkt 314 Mitarbeiter betroffen, weitere 50 in angrenzenden Verlagsbereichen. Verlagsinsidern zufolge sollen 330 Mitarbeiter der Wirtschaftsmedien AG ihren Arbeitsplatz verlieren. Ihnen soll mit Wirkung Ende Januar betriebsbedingt gekündigt werden. Für den Personalabbau habe der zu Bertelsmann gehörende Verlagskonzern 40 Millionen Euro veranschlagt.

Der Verlag hatte in der Finanzkrise 2008 seine Wirtschaftsmedien in Hamburg zusammengezogen, um Kosten zu reduzieren. "Zwar konnten erhebliche Einsparungen erzielt werden, diese reichten jedoch nicht aus, um die rückläufigen Anzeigenumsätze auszugleichen", teilte Gruner + Jahr mit. Auch 2012 würden die Wirtschaftsmedien einen deutlichen Verlust machen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 ist die "FTD" nicht in die schwarzen Zahlen gekommen.

"Heute ist der Tag, an dem wir lachsfarbene Schleifen am Revers tragen"

Dennoch ist die Entäuschung bei den Journalisten groß. Die neue Verlagsführung des Herausgebers Gruner+Jahr habe kurzen Prozess mit dem Blatt gemacht - für die Mitarbeiter sei das eine Katastrophe, sagte ein "FTD"-Redakteur, der ungenannt bleiben wollte. "Es ist ein Drama."

"Heute ist der Tag, an dem wir lachsfarbene Schleifen am Revers tragen", schrieb Redakteurin Andrea Rungg auf dem Kurznachrichtendienst "Twitter". Die "FTD"-Führungskräfte seien von der Schließung am Freitagmorgen informiert worden, sagte einer der Teilnehmer der Sitzung. "Jetzt herrscht zumindest Klarheit".

Später sei am Gruner+Jahr-Stammsitz in Hamburg eine Betriebsversammlung einberufen, auf der das Ende offiziell verkündet werde, sagte eine andere Redakteurin. Sie erhalte von Lesern, Journalisten von anderen Zeitungen und Unternehmen großen Zuspruch. "Es ist unglaublich, ich bin den ganzen Tag damit beschäftigt, Kondolenz-Emails und Anrufe zu beantworten", sagte sie. Auch neue Jobangebote seien dabei.

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rei/dpa/rtr

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