Montag, 25. September 2017

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Marktprognose Feri erwartet Beruhigung des Immo-Booms

Tendenz steigend: Die Immo-Märkte der deutschen Großstädte
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3. Teil: Sorgen um Berlin

"Meines Erachtens haben wir in Berlin keine Spekulationsblase, aber in bestimmten Bezirken kommt es im Augenblick zu übertriebenen Preisen, die in der Zukunft nicht zu halten sind", sagt etwa Lahcen Knapp, der als Chef der Hamburger One Group bundesweit in Großstädten Wohnungsbauprojekte finanziert. "Derzeit wird die Übertreibung am Wohnimmobilienmarkt der Hauptstadt lediglich von der guten Konjunktur und den niedrigen Zinsen für private Immobilienkredite überdeckt."

Sorgen macht Knapp auch die hohe Verfügbarkeit an Baugrundstücken in Berlin. "Es gibt einfach zu viel Platz", sagt er. "Selbst an der Friedrichsstraße gibt es zur Zeit leere Grundstücke. Die große Anzahl an frei verfügbaren Baugrundstücken birgt die Gefahr ein Überangebot zu schaffen, dass relativ schnell zu einem Preisverfall in der Hauptstadt führen kann."

Feri dagegen kommt für Berlin zu weniger besorgniserregenden Ergebnissen. Die Preise dort werden in den kommenden drei Jahren um weitere 9 Prozent steigen, so die Experten - und die Mieten um 11 Prozent. Zumindest von dieser Seite droht dem Immobilienmarkt in der Hauptstadt also wohl kein Ungemach.

Blasenbeschwerden
Fachleute kennen verschiedene Warnsignale, die auf die eine Spekulationsblase am Wohnimmobilienmarkt hindeuten. Eines der wichtigsten ist ein besonders starker Anstieg der Vergabe von Hypothekenkrediten. Dieser ist in Deutschland bislang nicht zu beobachten.

Zudem gilt als entscheidende Voraussetzung für solch fatale Aufblähungen ein Anstieg der Preise für Häuser und Wohnungen, der deutlich rasanter verläuft als jener der Mieten.

Laut Feri stiegen die Preise in Städten wie Hamburg, München und Berlin zwar in den vergangenen Jahren stärker als die Mieten. Die Entwicklung verlief jedoch längst nicht so dramatisch wie etwa in Spanien, Großbritannien oder den USA, wo in der Vergangenheit Immobilienblasen platzten. Und vor allem: Für die kommenden Jahre sagt Feri einen gemäßigten Anstieg von Preisen und Mieten voraus.

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