Donnerstag, 23. November 2017

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Marktprognose Feri erwartet Beruhigung des Immo-Booms

Tendenz steigend: Die Immo-Märkte der deutschen Großstädte
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2. Teil: Sonderfall Braunschweig

"Der deutsche Immobilienmarkt funktioniert gut", sagt Experte Binsfeld. "Exzesse, wie es sie in den vergangenen Jahren in Spanien, Großbritannien oder den USA gegeben hat, sind hier nicht zu erwarten." Sein Argument: Die Preissteigerungen in diesen Ländern verliefen über einen deutlich längeren Zeitraum als der bisherige Hype hierzulande. Und die jährlichen Steigerungsraten fielen deutlich höher aus.

Hierzulande prognostiziert Feri die stärksten Preissteigerungen für die viel zitierten Immobilienhochburgen Hamburg und München. In der bayerischen Hauptstadt, wo schon heute die bundesweit höchsten Preise aller Metropolen gezahlt werden, geht es nach Angaben der Analysten bis 2015 noch einmal um durchschnittlich 11,3 Prozent nach oben. Dynamischer setzt sich der Aufwärtstrend nach Erwartung der Experten in Hamburg fort. Dort steht in den kommenden drei Jahren ein weiteres Plus von 15,7 Prozent bevor, so Feri.

Bei beiden Städten ist allerdings offenbar auch der kräftigste Mietanstieg zu erwarten. Für München sagt die Agentur bis 2015 ein Mietplus von 13,1 Prozent voraus. In Hamburg werden die Mieten nach Einschätzung der Analysten sogar um 14,8 Prozent steigen.

Starke Preisanstiege werden unter den großen deutschen Städten laut Feri auch Stuttgart (plus 9,8 Prozent bis 2015) und Frankfurt am Main (plus 8,4 Prozent) verzeichnen. Doch auch dort halten die Mieten Schritt - mindestens. Für Stuttgart prognostiziert Feri einen Mietanstieg von 9 Prozent, in Frankfurt werden es fast 13 Prozent sein, so die Experten.

Investoren sollten nach Braunschweig schauen

Bemerkenswert erscheint die Positionierung einiger kleinerer Städte in der Feri-Analyse. Vor allem Braunschweig sticht heraus. Die Quadratmeterpreise der Eigentumswohnungen dort dürften bis 2015 um etwa 8 Prozent anziehen, heißt es. Bei den Mieten indes erreicht die Stadt in Niedersachsen mit einem absehbaren Plus von 12,3 Prozent den vierthöchsten Wert unter allen untersuchten Standorten. Eine Konstellation, die Kapitalanleger aufhorchen lassen könnte.

Und auch Berlin hat die Ratingagentur unter die Lupe genommen. Die Bundeshauptstadt gilt vielen Immobilienfachleuten als Sorgenkind und heißester Anwärter auf die gefürchteten Preisübertreibungen. Der Grund: In kaum einer anderen deutschen Großstadt startete der Höhenflug von so niedrigem Niveau wie in Berlin. Und kaum anderswo wurden so starke Preissteigerungsraten verzeichnet, wie dort.

Hinzu kommt: Die Wirtschaftsstruktur Berlins gilt als weniger robust als beispielsweise jene in Hamburg oder München - und die Vermögenslage der Bevölkerung als weniger solide. Der Anteil der Empfänger staatlicher Transferleistungen wie etwa "Hartz IV" ist in der Bundeshauptstadt höher als in anderen Immobilien-Hot-Spots, ebenso wie die Arbeitslosigkeit und der Wohnungsleerstand.

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