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21.11.2012
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Sal. Oppenheim
Vom Edel-Bankhaus zur Vertriebseinheit der Deutschen Bank

Von Ulric Papendick

Schriftzug der Privatbank Sal. Oppenheim: Job-Kahlschlag in Köln
AP

Schriftzug der Privatbank Sal. Oppenheim: Job-Kahlschlag in Köln

Die Deutsche Bank kappt die Kosten und integriert Teile von Sal. Oppenheim in das eigene Haus. Für das Traditionshaus könnte die Maßnahme der Anfang vom Ende sein. Das mehr als 320 Jahre alte Geldinstitut droht zu einer reinen Vertriebseinheit der Deutschen Bank zu werden.

Die Übernahme des Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank war nie eine Liebesheirat. Der Branchenprimus vom Main hatte den rheinischen Rivalen vor gut zwei Jahren vor allem aus dem Druck heraus gekauft, die angeschlagene Privatbank vor dem Untergang zu bewahren.

Auch wirtschaftlich war die Liaison bis dato kein allzu großer Erfolg. Das lag nicht zuletzt daran, dass sich die Deutsche Bank Chart zeigen seit der Übernahme teure Doppelstrukturen leistete. Um die sehr wohlhabende Kundschaft kümmern sich seither sowohl die Deutsche-Bank-Einheit PWM (Private Wealth Management) als auch Sal. Oppenheim - in Zeiten schrumpfender Margen im Bankgeschäft keine sehr effiziente Aufstellung.

Das will die Deutsche Bank jetzt ändern, indem sie den Verwaltungsapparat (Back Office) von Oppenheim de facto auflöst und in die Deutsche Bank integriert. Auch andere Bereiche, etwa die von Oppenheim betreuten Investmentfonds, sollen zur Deutschen Bank überführt werden. In Köln und den anderen Standorten der einstigen Privatbankiers dürfte dies wohl rund die Hälfte der Mitarbeiter den Job kosten.

Für Sal. Oppenheim könnte die Maßnahme, obwohl betriebswirtschaftlich nachvollziehbar, der Anfang vom Ende sein. Das mehr als 320 Jahre alte Geldinstitut droht zu einer reinen Vertriebseinheit zu werden. Die noch verbliebenen Reichen der Republik, die sich von der einst schillernden Bank nach wie vor angezogen fühlen, werden künftig mehr oder weniger die Leistungen der Deutschen Bank erhalten. Bloß in anderer Verpackung.

Ob das auf Dauer attraktiv ist für die edle Klientel, sei dahin gestellt. Die demnächst anstehende juristische Aufarbeitung der Skandale um die früheren Gesellschafter von Sal. Oppenheim wird dem Ruf der Marke ohnehin nicht gerade förderlich sein.

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