Donnerstag, 20. September 2018

Trotz Fachkräftemangel Zahl der qualifizierten Niedriglöhner steigt

Gebäudereiniger mit abgeschlossener Berufsausbildung: Rund die Hälfte der Niedriglöhner verfügt über eine abgeschlossene Berufsausbildung

Immer mehr qualifizierte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland arbeiten einer DGB-Studie zufolge für einen Niedriglohn. Dabei beklagen viele Unternehmen einen verheerenden Mangel an Fachkräften.

Berlin - Im Jahr 2010 zählten rund 2,2 Millionen Vollzeitarbeiter mit Berufsabschluss zu den Geringverdienern. Das waren knapp 150.000 mehr als im Jahr 1999, schreibt die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Insgesamt verfüge rund die Hälfte aller Beschäftigten in Niedriglohnbereich über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Nach der auch von der OECD angewendeten Definition lag die Niedriglohnschwelle 2010 in den alten Ländern bei einem Monatsbrutto von 1890 Euro. In den neuen Bundesländern waren es 1379 Euro. Gemessen daran betrug der Anteil der Niedriglöhner an allen Vollzeitbeschäftigten mit Berufsabschluss im Westen 16 Prozent und im Osten 19,2 Prozent.

Die steigende Zahl der Niedriglöhner mit Berufsabschluss passe nicht zu den Klagen vieler Betriebe über Fachkräftemangel, sagte der Arbeitsmarktexperte beim DGB-Bundesvorstand, Wilhelm Adamy, der Zeitung. Vielmehr sei sie ein Indiz dafür, dass die Qualifikationspotenziale nicht zielgenau genutzt oder Ausgebildete nicht qualifikationsgerecht vergütet würden.

mg/dpa-afx

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