Montag, 27. April 2015

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Zuzüge Mehr Zuwanderer aus Krisenstaaten

Geld lockt fort: Enttäuschte Südeuropäer ziehen vermehrt nach Deutschland

Die Wirtschaft hierzulande verliert an Schwung, hält sich aber vergleichsweise standhaft. Das reicht, um Deutschland für Einwanderer attraktiver zu machen: In der ersten Jahreshälfte kamen 15 Prozent mehr Frauen und Männer zu uns als im Vorjahr - vor allem aus Südeuropas Krisenstaaten.

Wiesbaden - Die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland ist im ersten Halbjahr 2012 erneut stark gestiegen. Von Januar bis Juni zogen 501.000 Personen nach Deutschland, das waren 66.000 oder 15 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse berichtete. Bereits im Jahr 2011 sei die Zuwanderung mit einem Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen.

Gleichzeitig zogen laut Destatis im ersten Halbjahr 2012 rund 318.000 Personen aus Deutschland fort (plus 6 Prozent). Damit ergab sich beim Wanderungssaldo ein Plus von 182.000 Menschen (plus 35 Prozent).

Auffällig war im ersten Halbjahr 2012 die starke Zunahme der Zuwanderung aus EU-Ländern, die von der Finanz- und Schuldenkrise besonders schwer betroffen sind, wie das Bundesamt weiter berichtete: Aus Griechenland kamen 78 Prozent mehr Einwanderer als im ersten Halbjahr 2011 (plus 6900 Personen), aus Spanien 53 Prozent (plus 3900 Personen) sowie aus Portugal ebenfalls 53 Prozent (plus 2000 Personen). Die meisten Zuwanderer stammten nach wie vor aus Polen (89.000).

Der Zuwanderungstrend aus den Krisenstaaten hält damit an, und bleibt aber auch auf niedrigem Niveau. Dennoch: Vor allem arbeitslose Griechen und Spanier haben in den vergangenen Monaten verstärkt Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland ergriffen, hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) ermittelt.

kst/apd

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