Freitag, 22. Mai 2015

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Pharmaindustrie Endspiel im Kampf um die Auftragsfertiger

Arzneimittel: Private-Equity-Fonds mischen den Markt der Auftragsfertiger auf

Der Kampf um die deutschen Pharma-Auftragsfertiger kommt in seine entscheidende Phase. Internationale Private Equity Fonds kämpfen um die letzten interessanten Unternehmen. Die Preise steigen rasant.

Den meisten Verbrauchern, die in der Apotheke ihre Medikamente kaufen und auf den Verpackungen Namen wie Bayer Börsen-Chart zeigen , Merck Börsen-Chart zeigen , Pfizer Börsen-Chart zeigen oder Sanofi lesen, ist nicht bewusst, dass viele der Medikamente von deutschen Unternehmen mit Namen wie Aenova, Haupt Pharma oder LTS hergestellt werden. Die Verbraucher profitieren vom Umbruch in der Pharmabranche, die um den Erhalt ihrer traumhaften Margen kämpft, denn an diesen nagen seit Jahren Gesetzgeber und Krankenkassen - sei es mit Hürden für die Erstattungsfähigkeit für neue Präparate, Ausschreibungen für Nachahmerprodukte oder Zwangsrabatten.

Besonders gebeutelt sind die auf Nachahmerprodukte fokussierten Generika-Unternehmen. In dieser Branche hat in den vergangenen Jahren eine beispiellose Konsolidierung stattgefunden. Heute ist die israelische Teva Börsen-Chart zeigen , die unter anderem die deutsche Ratiopharm schluckte, mit Abstand der weltweite Marktführer.

Nur die Aktionäre von Stada Börsen-Chart zeigen warten noch immer auf die erlösende Übernahme durch einen der großen Spieler. Dieses Pharma-Segment sucht sein Heil in einer tiefen Wertschöpfung und hat in den vergangenen Jahren sogar in neue moderne Fertigungswerke investiert.

Ganz anders aufgestellt sind die großen forschenden Pharmaunternehmen wie Pfizer in den USA, aber auch Bayer Börsen-Chart zeigen und Boehringer Ingelheim hierzulande. Ihre Antwort auf diverse Kostensenkungsmaßnahmen im Gesundheitswesen und Patentabläufe umsatzstarker Produkte ist eine deutliche Ausweitung von Kooperationen zur Erforschung von neuen Wirkstoffen. Dabei steht vor allem die Biotechnologie im Vordergrund. Um sich auf neue Produkte und deren Vertrieb konzentrieren zu können, haben diese Unternehmen schon vor mehr als einer Dekade begonnen, Themen wie die Produktion und Logistik von Arzneimitteln und sogar deren Entwicklung und klinische Prüfung auszulagern. Hier kommen die Auftraghersteller in Spiel.

Globaler Arznei-Umsatz sinkt - doch die Auftragshersteller wachsen

Während das globale Wachstum des Umsatzes mit Arzneimitteln zurückgeht, kann die Branche der Hersteller und Entwickler von Medikamenten im Auftrage Dritter seit Jahren ein zweistelliges Wachstum verzeichnen. Wie Auftragshersteller in anderen Branchen werben sie gegenüber ihren Kunden mit einer besseren Auslastung der Anlagen und einer größerer Flexibilität.

In dem Ausmaß, in dem die Größenordnung einiger Auftragshersteller in den vergangenen Jahren gewachsen ist, haben zudem auch Einkaufsvorteile an Bedeutung gewonnen. Während die Branche traditionell zersplittert - noch immer erzielen die meisten Unternehmen weniger als zehn Millionen Euro Umsatz - haben sich in den vergangenen zehn Jahren einige dominierende Akteure herausgebildet.

Der größte in der Branche ist die us-amerikanische Catalent mit mehr als einer Milliarde Umsatz, gefolgt von der kanadischen Patheon mit einer halben Milliarde Umsatz. Unter den großen deutschen Auftragsherstellern spielen die Unternehmen Vetter und LTS eine besondere Rolle, da sie eigenständig innovative Darreichungsformen entwickelt haben. Die 1945 gegründete und noch immer im Familienbesitz befindliche Vetter Pharma (300 Millionen Euro Umsatz) ist auf die aseptische Befüllung von Fertigspritzen mit Medikamenten spezialisiert. Demgegenüber übt bei der erst 1984 gegründeten LTS Lohmann Therapie-Systeme (200 Millionen Euro Umsatz) heute der SAP-Gründer Dietmar Hopp maßgeblichen Einfluss aus.

Unter den weniger auf Innovation als auf Effizienz und Größenvorteile setzenden anderen Auftragsherstellern hat mit großer Geschwindigkeit eine Konsolidierung begonnen.

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