Montag, 11. Dezember 2017

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Rentendiskussion Gabriel stellt Rente mit 67 infrage

SPD-Chef Sigmar Gabriel: "Nichts anderes als eine flächendeckende Rentenkürzung".

SPD-Chef Sigmar Gabriel stellt die Rente mit 67 für den Fall einer Regierungsübernahme infrage. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wollte dennoch nicht von einer Abkehr von der bisherigen SPD-Linie und der Rente mit 67 sprechen.

Berlin - "Wenn die Unternehmen weiterhin öffentlich über Fachkräftemangel klagen, aber die über 60-Jährigen aus dem Betrieb drängen, dann wird man die Lebensarbeitszeit nicht einfach heraufsetzen können", sagte Gabriel der "Rheinischen Post". Dies wäre "am Ende nichts anderes als eine flächendeckende Rentenkürzung".

Den Weg zur Rente mit 67 könne die SPD nur weiter gehen, wenn mehr getan werde, um ältere Beschäftigte in den Betrieben zu halten, betonte Gabriel.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wollte dennoch nicht von einer Abkehr von der bisherigen SPD-Linie und der Rente mit 67 sprechen, die in der großen Koalition mit Union vereinbart wurde: "Das hat er nicht gesagt. Das ist auch nicht so zu interpretieren", sagte er am Rande eines Industrieforums der SPD-Fraktion in Berlin. Gabriel habe nur "Erläuterungen" zum Thema abgegeben.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte dagegen der "Bild am Sonntag laut Vorabbericht: "Das ist eine populistische Rolle rückwärts des SPD-Vorsitzenden. Sigmar Gabriel fällt mit seiner Abkehr von einer notwendigen Rentenpolitik Peer Steinbrück offen in den Rücken."

Diskussion um Bonus bei Versicherungsbeiträgen

Der SPD-Chef sprach sich für einen Bonus bei den Rentenversicherungsbeiträgen für die Unternehmen aus, "die sich um altersgerechte Arbeitsplätze kümmern". Auch Unternehmen, bei denen die Zahl derjenigen sinke, die wegen Erwerbsminderung aus dem Job ausscheiden, sollen in den Genuss der Vergünstigung kommen.

Die Mehrkosten dafür sollen nach Ansicht Gabriels die Firmen zahlen, "die weiterhin die Älteren entlassen, um sich Olympiamannschaften zu halten".

la/reuters

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