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07.10.2012
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Umstrittene Honorare
Steinbrück erhält Schützenhilfe aus SPD

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück legt seine Nebeneinkünfte nun umfassend offen
dapd

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück legt seine Nebeneinkünfte nun umfassend offen

SPD-Spitzenpolitiker nehmen Peer Steinbrück wegen seiner Nebeneinkünfte in Schutz. "Absurd" und "verlogen" seien die Vorwürfe, sagen Generalsekretärin Nahles und andere. Nun dreht die SPD den Spieß um - und fordert Steinbrücks Kritiker zur Offenlegung ihrer Einkünfte auf.

Berlin - In der Debatte um die Nebeneinkünfte von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück haben führende Sozialdemokraten Union und FDP scharf attackiert. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles fordert ihren FDP-Kollegen Patrick Döring auf, seine eigenen Nebenverdienste offenzulegen. Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, nannte die Angriffe auf Steinbrück "absurd". Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels äußerte sich ähnlich.

Steinbrück hatte am Freitag angekündigt, alle Informationen zu seinen Honoraren so schnell und umfassend wie möglich offen zu legen. Derzeit müssen Abgeordnete Nebeneinkünfte nur drei Stufen zuordnen - bis 3.500 Euro, bis 7.000 Euro und mehr als 7.000 Euro. Die Bundestagsverwaltung hat einem "Spiegel"-Bericht zufolge nun einen Vorschlag erarbeitet, wonach die dreistufige Anzeigepflicht um sieben Stufen ergänzt werden soll. Abgeordnete müssten demnach auch Honorare von mehr als 100.000 oder 150.000 Euro ausweisen.

Nahles: Angriffe auf Steinbrück "verlogen"

Nahles sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", Steinbrück lege seine Nebentätigkeiten jetzt weit mehr offen, als es die geltenden Regeln des Bundestages verlangen. "Das Gleiche erwarte ich nun auch von Döring." Die Kritik Dörings an Steinbrück nannte Nahles "verlogen". Döring hatte Steinbrück in der "Bild"-Zeitung Gier vorgeworfen und erklärt: "Mit dem Gen des ehrbaren Kaufmanns ist dieser Hanseat nur dürftig gesegnet."

"Schwarz-Gelb ist eine verlogene Bande", schimpfte auch der SPD-Politiker Kahrs. "Union und FDP haben sich in der Vergangenheit gegen jede Form von Transparenz bei den Nebenjobs von Abgeordneten gesträubt", sagte er der Zeitung "Welt am Sonntag". Ihre Angriffe auf Steinbrück seien daher "absurd".

Der SPD-Politiker Bartels äußerte sich in derselben Zeitung: "Es ist hochgradig absurd, wenn behauptet wird, der Banken-Kritiker Steinbrück lasse sich von Banken beeinflussen." Er fügte hinzu: "Die Kritik von Union und FDP, die sich gegen jedwede Transparenzregeln gewehrt haben, ist heuchlerisch."

Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" hat Steinbrück für mehrere Vorträge seit Herbst 2009 Honorare in fünfstelliger Höhe erhalten. In mindestens zwei Fällen im Jahre 2011 habe das Nettohonorar sogar bei 20.000 Euro oder geringfügig darüber gelegen, berichtet die Zeitung.

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