Freitag, 16. November 2018

Subventionen Das Sterben der Regionalflughäfen

Hunsrück-Airport Frankfurt-Hahn: Die Auslastung sinkt dramatisch. Regionalflughäfen wie Lübeck oder Altenburg stehen vor der Schließung

Nicht nur Großdebakel wie in Berlin beschäftigen die Luftfahrtbranche. Mit den Billigfliegern sind auch die Landeplätze in der Provinz auf dem Rückzug. Fast alle kämpfen mit roten Zahlen, manche Airports stehen vor der Schließung.

Hamburg - Ausgerechnet Hahn. Das Vorzeigeobjekt unter den deutschen Regionalflughäfen könne im kommenden Jahr in Geldnot geraten, räumte der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) am Dienstag ein. Wenn Passagier- und Frachtzahlen weiter sänken und dem Flughafen die Kosten für Infrastruktur nicht abgenommen würden, könne das Eigenkapital in eine "Grenzsituation" geraten.

"Insgesamt ist der Hahn eine Erfolgsstory mit 11.000 Arbeitsplätzen", betonte der Landespolitiker aber. Die Trennung der Infrastruktur vom Flugbetrieb, der für sich genommen schwarze Zahlen schreibe, solle "die Braut aufhübschen", um einen Investor zu finden. Nur ist kaum klar, wer die ehemalige US-Airbase im Hunsrück haben will. Das Land war 2009 zum Mehrheitseigner geworden, als der privatisierte Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport Börsen-Chart zeigen sich im Streit mit Billigflieger Ryanair Börsen-Chart zeigen um die Einführung einer Passagiergebühr zurückzog.

Bis Anfang 2013 soll eine Lösung für Hahn her. Wenn schon der Hunsrück-Airport, der trotz seiner abgeschiedenen Lage mit Ryanair im vergangenen Jahrzehnt den Sprung unter die Top Ten der deutschen Airports mit offiziellem Status als internationaler Verkehrsflughafen schaffte, nun in der Krise ist, wie steht es dann um die anderen?

"Nur noch jeder zweite Flughafen in Deutschland verzeichnet Passagierzuwächse", teilt der Flughafenverband ADV mit - und in dieser Statistik sind die kleinen Airport gar nicht enthalten. Während die Spitzenreiter Frankfurt, München und Düsseldorf Rekorde jagen, sinkt die Auslastung der Regionalflughäfen durchweg dramatisch.

Hahn, Lübeck, Altenburg, Erfurt: Suche nach Investoren

Zum Jahreswechsel dürfte sich auch für andere einst von Ryanair erkorene Standorte die Existenzfrage entscheiden. Während der Flughafen Hahn im vergangenen Jahr 27 Prozent weniger Passagiere abfertigte als im Spitzenjahr 2007 und im ersten Halbjahr 2012 weitere 12,5 Prozent verlor, hat Lübeck längst mehr als die Hälfte seiner Fluggäste verloren.

Auch hier hatte sich der private Investor, die neuseeländische Infratil, 2009 aus der Abhängigkeit von Ryanair zurückgezogen. Die überschuldete Stadt, die auf dem Zuschuss sitzenblieb, hat die Schließung beschlossen, wenn sich bis Jahresende kein Käufer findet - ein Unterfangen, das trotz dramatischer Appelle aus der örtlichen Wirtschaft als aussichtslos gilt.

Aus dem thüringischen Altenburg hat sich Ryanair bereits zum Sommerflugplan 2011 komplett zurückgezogen, nachdem die Startbahn verlängert und das Terminal ausgebaut wurden. Das Land zahlt noch bis Dezember die Flugsicherung für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Investor auftaucht. In der Zwischenzeit wird auf dem Platz ein Solarpark errichtet. Das benachbarte Erfurt, von Lokalgrößen als Gewinner im Wettbewerb ausgemacht, verlor zum Winterflugplan die Linien von Air Berlin Börsen-Chart zeigen.

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