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14.08.2012
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Altersvorsorge
Kein Grund zur Panik bei der Betriebsrente

Von Lutz Reiche

Millionen Menschen sorgen über den Arbeitgeber vor. Die Betriebsrente gilt trotz niedrigster Kapitalmarktzinsen als sicher
DPA

Millionen Menschen sorgen über den Arbeitgeber vor. Die Betriebsrente gilt trotz niedrigster Kapitalmarktzinsen als sicher

Arbeitgeber haben in der Vergangenheit vereinzelt sehr hohe Betriebsrenten zugesagt. Das belastet, wird sie aber nicht aus der Bahn werfen, sagen Experten. Zudem wälzen auch die Firmen das Risiko der Kapitalanlage zusehends auf den Arbeitnehmer ab. Dessen Betriebsrente wird schrumpfen.

Hamburg - Stolze 7,39 Prozent Nettorendite erwirtschafteten die deutschen Lebensversicherer im Jahr 1995 mit ihren Kapitalanlagen, 7,37 Prozent Zinsen schrieben sie ihren Kunden gut. Die goldenen Kapitalmarktzeiten sind vorbei, die Anbieter haben die Verzinsung Jahr um Jahr zuletzt auf rund 3,9 Prozent im Schnitt reduziert. Viele Anbieter schaffen auch das nicht. So mancher private Vorsorgeplan bedarf der Korrektur, die Vorsorgelücke wächst tendenziell.

Und die Betriebsrente? Allen Unkenrufen zum Trotz darf sie für die Beschäftigten als sicher gelten. Drastische gekürzte Auszahlungen, wie wir sie etwa bei niederländischen Betriebsrentenfonds sehen, sind hier in Deutschland nicht möglich. Für einmal gemachte Zusagen hat der Arbeitgeber ohne Wenn und Aber geradezustehen. Gegebenenfalls muss er Geld aus dem laufenden Geschäft nachschießen, sollte der Vorsorgeträger knapp bei Kasse sein. Die Ansprüche der Mitarbeiter sind also weitgehend gesichert, im Pleitefall nicht zuletzt durch den Pensionssicherungsverein.

Dass Pensionskassen und andere betriebliche Vorsorgeträger ebenso unter dem Niedrigzinsniveau leiden wie die Lebensversicherer, ist logisch und nicht von der Hand zu weisen. Einzelne regulierte Kassen haben die Arbeitgeber in der Vergangenheit bereits in die Nachschusspflicht nehmen müssen. Wenn jetzt erste Konzernvorstände mit Blick auf ihre Pensionsverpflichtungen von einer "Herausforderung" sprechen, lässt dies aufhorchen.

Ein Grund zur Panik ist dies aber nicht - weder für die Beschäftigen, noch für die Unternehmen.

Firmen versprachen zu besseren Zeiten bis zu 7 Prozent

Ganz offensichtlich haben Firmen zu besseren Zeiten zu viel versprochen und Rentenzusagen mit satten Zinsgarantien von bis zu 7 Prozent gemacht. Diese Renditen erwirtschaftet jetzt kein Vorsorgeträger mehr. Mit Blick auf das Volumen dieser Versprechen geben Experten jedoch Entwarnung. Mögliche Zusatzkosten, die sich für die betroffenen Unternehmen aus der Differenz zwischen der erwirtschafteten Rendite und dem zugesagten Mindestzins ergeben, stellten keine Größenordnung dar, die für sie bedrohend oder existenzbedrohend wäre, sagt Fridtjof Helemann, Chef der Unternehmensberatung Mercer Deutschland.

Ein Einwand bleibt bestehen: Die betriebliche Altersversorgung ist ein statistisches Niemandsland. Belastbare Zahlen darüber, was die Unternehmen ihren Beschäftigten in Deutschland tatsächlich im Detail zugesagt haben und wie sehr sie diese Verpflichtungen bei anhaltend niedrigen Zinsen in Bredouille bringen könnten, gibt es nicht.

Gleichwohl sollte man darauf vertrauen dürfen, dass professionell geführte Unternehmen die Risiken hoher Pensionsversprechen längst erkannt und in den vergangenen Jahren reduziert haben. Dort wo es der Gesetzgeber zulässt, sind sie mehrheitlich dazu übergegangen, ihre Zusagen von einem Marktzins abhängig zu machen, sagen Insider. Mit anderen Worten: Wie die privaten Lebensversicherer haben auch viele Unternehmen längst damit begonnen, das Kapitalmarktrisiko stärker auf den Arbeitnehmer abzuwälzen.

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