Samstag, 24. Februar 2018

Chancen für Fachkräfte Merkel fordert europäischen Arbeitsmarkt

Treffen auf Schloss Meseberg: Kanzlerin Merkel trifft Gewerkschafter

Deutschlands Unternehmen stellen Fachkräfte ein, anderswo in Europa steigen dagegen die Arbeitslosenzahlen: Kanzlerin Angela Merkel will deshalb auf einen gemeinsamen europäischen Arbeitsmarkt dringen. Schritt für Schritt sollen die nationalen Märkten aufgebrochen werden.

Meseberg - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich für einen gemeinsamen europäischen Arbeitsmarkt einsetzen. Denn mittlerweile habe Europa zwar einen gemeinsamen Binnenmarkt, doch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer blieben noch vielfach auf ihre nationalen Bechäftigungsmöglichkeiten beschränkt. Schritt für Schritt solle stattdessen ein europäischer Arbeitsmarkt entstehen , sagte Merkel am Dienstagabend nach einen Treffen mit den Spitzen von Gewerkschaften und Wirtschaft in Schloss Meseberg nahe Berlin.

Merkel erklärte, für einen umfassenderen gemeinsamen Arbeitsmarkt spräche die Tatsache, dass etwa in Deutschland nach Fachkräften gesucht werde, während in vielen anderen europäischen Ländern eine hohe Arbeitslosigkeit herrsche. Wirtschaftsminister Philipp Rösler nannte die Bekämpfung des Fachkräftemangels zentral für die Sicherung des Wirtschaftswachstums und zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.

Merkel traf sich bereits zum dritten Mal mit Gewerkschaften und Wirtschaftsvertretern, um über ein gemeinsames Vorgehen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu beraten. DGB-Chef Michael Sommer beklagte, dass es in Deutschland noch 1,5 Millionen junge Menschen gebe, die noch immer ohne eine Berufsausbildung seien.

Merkel versicherte, hier solle gemeinsam nach Wegen gesucht werden, diese Zahl zu verringern. Ein gutes Ausbildungssystem sein zentral, um Deutschland zukunftsfähig zu halten, sagte Merkel. Vorbehalte ließ Merkel mit Blick auf ein Punktesystem bei der Zuwanderung von Fachkräften nach nordamerikanischem Vorbild erkennen.

kst/rtr

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