Mittwoch, 15. August 2018

Verbraucherzentrale Staatsmilliarden sollen Strompreis deckeln

Steigende Kosten: Solar, Wind und Co. werden zu einer Stütze im deutschen Energiesystem - doch die Kosten sind am Anfang hoch.

Im kommenden Jahr dürfte die Umlage für Elektrizität aus erneuerbaren Energien deutlich steigen. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale soll der Staat Stromkunden schützen, indem er Milliarden in das System zur Förderung von Solar, Wind und Co. pumpt.

Hamburg - Milliardenschwere Geldspritzen aus dem Haushalt sollen nach Ansicht der Verbraucherzentrale den Kostenanstieg für Strom aus erneuerbaren Energien stoppen. "Wir brauchen eine Kostenbremse für das Erneuerbare-Energien-Gesetz", sagte Energieexperte Holger Krawinkel gegenüber manager magazin online.

Die Umlage droht laut Übertragungsnetzbetreibern 2013 auf mindestens 4,7 Cent pro Kilowattstunde zu steigen. In unbestätigten Berichten ist sogar von 5,2 Cent die Rede. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Umlage bei 3,5 Cent stabil halten.

"Alles was über die 3,5 Cent geht, sollte aus dem Staatshaushalt bezahlt werden", sagte Krawinkel. Pro Jahr entstünden Bund und Ländern dadurch Kosten in Höhe von bis zu sechs Milliarden Euro. So würden die Lasten gerechter verteilt, als wenn wie bisher alle Stromkunden - ob arm oder reich - den Ausbau finanzierten.

Zudem würden Politiker diszipliniert, so Krawinkel mit Blick auf die aktuellen Verhandlungen im Bundesrat zu den Förderkürzungen bei der Solarenergie. "Für die Politik ist es bisher einfach, die Wünsche der Anlagenbauer zu erfüllen, wenn allein die Stromkunden die Last tragen."

Aus Sicht des stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, ist ein weiterer Anstieg der EEG-Kosten kaum noch abzuwenden. "Ich gehe davon aus, dass die EEG-Umlage 2013 auf über 4 Cent steigen wird", sagte er gegenüber dem Wirtschaftsportal. Er sehe "die Bundesregierung - und hier vor allem den fachlich zuständigen Bundesumweltminister - in der Pflicht, Vorschläge zu unterbreiten, wie dem vorhersehbaren Anstieg der EEG-Umlage begegnet werden kann". Zugleich warnte er davor, die Ausnahmen für energieintensive Branchen anzutasten.

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