Deutschlandmanager magazin RSS  - Deutschland

Alle Artikel und Hintergründe


12.03.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Deutsches Schulsystem
Kaum Fortschritte bei Chancengleichheit

Abiturprüfung: Chancen von Akademikerkindern auf den Abschluss sind bis zu sechs Mal höher
dapd

Abiturprüfung: Chancen von Akademikerkindern auf den Abschluss sind bis zu sechs Mal höher

Auch zehn Jahre nach dem Pisa-Schock gibt es keine Chancengleichheit in deutschen Schulen: Kinder reicher Eltern machen weiterhin deutlich öfter Abitur. Positive Ansätze aber existieren in allen Bundesländern - vor allem in Sachsen.

Berlin - Nach wie vor sei der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg groß. Das geht aus dem ersten "Chancenspiegel" hervor, den das Dortmunder Institut für Schulentwicklungsforschung (IfS) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zusammengestellt hat. Dabei gebe es erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

So haben Kinder armer Eltern oder von Migranten in allen Bundesländern deutlich geringere Chancen, nach der Grundschule ein Gymnasium zu besuchen, als Kinder von Akademikern - selbst bei gemessener gleicher Intelligenz. Besonders ausgeprägt ist diese Chancenungleichheit in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Chancen von Akademikerkindern auf das Abitur sind hier im Schnitt sechs mal größer als die von Kindern aus niedrigeren Schichten. In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen und Sachsen sind diese Chancen im Schnitt nur 2,5 mal so hoch.

Untersucht wurden für den "Chancenspiegel" vier Bereiche: die Förderung von Lernbehinderten ("Integrationskraft"), die Chancen für Kinder aus bildungsfernen Schichten auf das Abitur ("Durchlässigkeit"), die Leistungen beim Lesen und Textverständnis ("Kompetenzförderung") sowie der Anteil von Schülern mit weiterführenden Abschlüssen und ihre Chancen auf dem Ausbildungsstellenmarkt ("Zertifikatsvergabe").

Jährlich 60.000 ohne Abschluss

Trotz der seit 2009 auch für Deutschland geltenden UN-Konvention mit dem Rechtsanspruch von lern- wie körperbehinderten Kindern auf den Besuch einer "normalen" Schule ("Inklusion") gibt es auch hier deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während Berlin, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und auch Schleswig-Holstein inzwischen erste Fortschritte machen, liegen vor allem Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen noch weit zurück.

Weitere Ergebnisse: Während in Sachsen beispielsweise drei von vier Schülern die Chance haben, eine Ganztagsschule zu besuchen, ist das in Bayern nicht einmal jeder zehnte. In Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen und Schleswig-Holstein müssen heute nur noch im Schnitt 1,7 Prozent der Schüler ein Schuljahr wiederholen, in Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind dies dagegen 4,5 Prozent. Das "Sitzenbleiben" gilt unter Schulforschern heute als "Griff in die pädagogische Mottenkiste" und ist verpönt.

Trotz mehrerer Reformzusagen der Kultusminister verlassen nach wie vor bundesweit pro Jahr über 60.000 junge Menschen die Schule ohne Hauptschulabschluss. Aber auch hier gibt es ein Gefälle zwischen den Bundesländern. Während Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt einen besonders hohen Anteil von Schulabgängern ohne Abschluss verzeichnen (im Schnitt 11,9 Prozent), sieht diese Quote in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen schon wesentlich besser aus (6,1 Prozent; Anteil an der entsprechenden Altersgruppe).

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Wie stark ist Deutschland wirklich?
"Den Erfolg nicht zu Kopf steigen lassen!"
Kommentarreihe: Wie stark ist Deutschland wirklich?
"Der Trend geht in die falsche Richtung"
Kommentarreihe
Wie stark ist Deutschland wirklich?
Kommentarreihe: Wie stark ist Deutschland wirklich?
"Benötigen wir weitere Wohltaten des Staates?"

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger