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06.01.2012
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Kredit- und Medienaffäre
Mehrheit der Bürger hält an Wulff fest

Umstrittene Aussagen: Die Erklärungen von Bundespräsident Wulff im TV-Interview werfen neue Fragen auf
AFP

Umstrittene Aussagen: Die Erklärungen von Bundespräsident Wulff im TV-Interview werfen neue Fragen auf

Trotz der Kredit- und Medienaffäre will die Mehrheit der Bürger Bundespräsident Christian Wulff einer Umfrage zufolge eine zweite Chance geben. Doch täglich tauchen neue Fragen auf - so wie heute im Zusammenhang mit der BW-Bank.

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff hat die Bürger mit seinem Auftreten im TV-Interview zur Kreditaffäre zwar nicht überzeugt - eine Mehrheit will ihm aber eine zweite Chance geben. In dem am Abend veröffentlichten "ARD-Deutschlandtrend extra" fanden 61 Prozent derjenigen, die das Interview gesehen hatten, Wulff eher nicht überzeugend. Jedoch waren 60 Prozent der Ansicht, Wulff habe "jetzt eine zweite Chance verdient".

Insgesamt 56 Prozent der Zuschauer sprachen sich in der ARD-Blitzumfrage dafür aus, dass Wulff im Amt bleibt - neun Punkte mehr als am Mittwoch vor dem Interview. Der Präsident konnte im Vergleich zum Mittwoch auch in punkto Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit leicht zulegen, erzielt aber weiter schwache Werte. Und: Eine Mehrheit der Befragten hat "den Eindruck, die Medien wollen Wulff fertig machen". Bei der Infratest-Frage, ob dieser Präsident Ende des Jahres noch im Amt sein wird, sind die Deutschen gespalten: 45 Prozent glauben dies, 49 Prozent hingegen nicht.

Der Bundespräsident war im Zusammenhang mit einem zinsgünstigen Kredit, den die Gattin eines befreundeten Unternehmers Wulff 2008 gewährt hatte, in die Kritik geraten. Die "Bild"-Zeitung berichtete im Dezember als erstes über die Umstände des Hauskredits. Dem Blatt zufolge soll Wulff versucht haben, die Berichterstattung mit einem Anruf bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann zu verhindern. Der Bundespräsident widersprach in einem am Mittwochabend ausgestrahltem TV-Interview mit der ARD und dem ZDF den Angaben: Er habe nur versucht, die Berichterstattung um einen Tag zu verschieben.

BW-Bank widerspricht Wulffs Äußerungen

Die Zeitung wollte daraufhin seine Nachricht auf der Mailbox des Chefredakteurs veröffentlichen. Wulff lehnte dies jedoch ab und erklärte, er wolle es bei seiner persönlichen Entschuldigung bei Diekmann belassen. "Bild" bedauerte die Entscheidung, will aber auf eine Veröffentlichung verzichten.

Das ARD-"Morgenmagazin" berichtet am Freitag unter Berufung auf mit der Abschrift der Nachricht vertraute Kreise, Wulff hätte in seiner Mailboxnachricht tatsächlich um einen Aufschub der Berichterstattung über die Kreditfinanzierung seines Hauses gebeten haben.

Auch die BW-Bank widerspricht laut der Zeitung "Die Welt" einer Äußerung des Bundespräsidenten aus dem TV-Interview. Demnach kam der Vertrag für ein langfristiges Darlehen zur Finanzierung des Einfamilienhauses nicht bereits Ende November 2011 zustande, wie es Wulff am Mittwoch gesagt hatte. Denn im November hätten sich die Bank und Wulff nur mündlich geeinigt.

Die von Wulff behauptete "Handschlagqualität" reiche jedoch nach Auskunft der Bank nicht aus, um den Vertrag wirksam werden zu lassen, schreibt die Zeitung. "Ein Kreditvertrag mit Verbrauchern bedarf der Schriftform", antwortete die Bank auf eine "Welt"-Anfrage. Einen schriftlichen Vertrag schickte die Bank erst am 12. Dezember an Wulff. Er unterschrieb am 21. Dezember und damit rund eine Woche nach den ersten Medienberichten über seine Hausfinanzierung.

mg/dpa

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