Dienstag, 24. April 2018

Gesetzgebung Schäuble kassiert Steuererklärungs-Plan

Rückzieher: Bundesfinanzminister Schäuble verzichtet jetzt offenbar auf die Zwei-Jahres-Option für die Steuererklärung

Eigentlich wollte die Bundesregierung den Bürgern künftig ermöglichen, nur noch alle zwei Jahre eine Steuererklärung abzugeben. Doch dagegen gab es Proteste der Länder - und zwar mit Erfolg: Einem Bericht zufolge verzichtet Finanzminister Schäuble jetzt auf seinen Plan.

Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will einem Zeitungsbericht zufolge auf die Einführung einer Steuererklärung für zwei Jahre verzichten. Die Regelung solle ersatzlos gestrichen werden, meldet die "Berliner Zeitung" (Mittwoch) unter Berufung auf den Kompromissvorschlag der Bundesregierung für das Steuervereinfachungsgesetz. Das Gesetz solle am heutigen Mittwoch im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat beraten werden.

Die Länder lehnen die Möglichkeit ab, dass Bürger künftig wahlweise nur noch alle zwei Jahre eine Steuererklärung abgeben müssen. Sie befürchten, dass die "Zwei-Jahres-Option" zu mehr Arbeit für die Finanzämter führt.

Die von der schwarz-gelben Koalition beschlossenen Steuervereinfachungen hatten Anfang Juli im Bundesrat überraschend keine Mehrheit gefunden. Daraufhin hatte die Bundesregierung den Vermittlungsausschuss angerufen.

Laut "Berliner Zeitung" kann das Gesetz nun pünktlich im Herbst in Kraft treten. Die Neuregelung sieht auch eine Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrages von 920 auf 1000 Euro noch dieses Jahr vor.

cr/dpa-afx

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH