Montag, 19. November 2018

BDI-Konzept Deutsche Industrie schließt Rohstoffallianz

Manganknollen und Tiefseebergbau: Deutsche Unternehmen traben bisher hinterher

Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat ein Konzeptpapier für eine konzertierte Rohstoffinitiative erstellt. Darin werden die Grundzüge einer "global agierenden, gewinnorientierten Rohstoffgesellschaft" dargelegt. Die Gesellschaft soll in einem ersten Schritt vier Rohstoffvorkommen erschließen.

Hamburg - Die Pläne einer konzertierten Rohstoffinitiative der deutschen Industrie sind in der entscheidenden Phase, meldet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 23. September). Dem Blatt liegt ein Konzeptpapier des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) vor, mit dem Arbeitstitel "Allianz zur Rohstoffsicherung" - kurz: ARS.

Darin werden die Grundzüge einer, wie es heißt, "global agierenden, gewinnorientierten Rohstoffgesellschaft" dargelegt, die von der Industrie als Gesellschafter getragen wird und eine eigene Geschäftsführung erhalten soll; von der Bundesregierung wird eine finanzielle Unterstützung erwartet.

Die ARS soll, den Plänen zufolge, in einem ersten Schritt vier Rohstoffvorkommen erschließen (Exploration); zudem ist eine Beteiligung an einem Großvorhaben denkbar, einschließlich Förderung, Verarbeitung und Verkauf der Rohstoffe; die beteiligten Unternehmen erhalten Vorkaufsrechte.

Die Metalle seltene Erden, für etliche Hightech-Produkte unverzichtbar, und Wolfram sowie die in der Stahlindustrie eingesetzte Kokskohle wurden dabei als vorrangig definiert. Alles in allem werde der Investitionsbedarf auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt, verteilt über fünf bis zehn Jahre.

Das Konzept, berichtet mm, liege derzeit den Unternehmen zur Prüfung vor. Doch nicht alle wollen mitmachen, wie ein interner Vermerk zeigt. So will Siemens erst einmal allein vorgehen. Andere Firmen haben bereits eine Starteinlage zugesichert, wie Daimler (200 000 Euro) oder Evonik (250 000 Euro).

Auf einer Gründungskonferenz am 17. November, so das Blatt, solle der Vertrag unterzeichnet werden; starten soll die Gesellschaft dann am 1. Januar 2012.

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