Mittwoch, 25. Mai 2016

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Umweltbericht 2010 Deutschland lobt sich selbst

Selbstbewusst nach Cancun: Umweltminister Norbert Röttgen (CDU)

Die Bundesregierung sieht Deutschland als globalen Vorreiter beim Umwelt- und Klimaschutz. Die Ziele des Kyoto-Klimaprotokolls seien bereits erfüllt, heißt es im Umweltbericht 2010. Umweltminister Norbert Röttgen hob das  wirtschaftliche Potenzial des Umweltsektors hervor.

Berlin - Deutschland hat die Ziele des Kyoto-Klimaprotokolls bereits übererfüllt. Das geht aus dem Umweltbericht 2010 hervor, den das Bundeskabinett am heutigen Dienstag beschlossen hat. Ende 2009 habe Deutschland im Vergleich zu 1990 bereits mehr als 25 Prozent Treibhausgase eingespart.

Nach dem Kyoto-Protokoll hatte sich Deutschland verpflichtet, seine Emissionen im Zeitraum 2008 bis 2012 um 21 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Bis 2020 will die Bundesregierung den Kohlendioxidausstoß um 40 Prozent mindern.

Wie das Umweltministerium mitteilte, ist der globale Treibhausgasausstoß hingegen um rund 24 Prozent gegenüber 1990 gestiegen. Daher werde sich die Bundesregierung weiterhin für den Abschluss eines neuen, umfassenden und rechtsverbindlichen Klimaschutzabkommens für die Zeit nach 2012 einsetzen.

Derzeit verhandeln im mexikanischen Cancún Vertreter aus 194 Staaten über konkrete Schritte im Kampf gegen den Klimawandel. Eine Einigung auf ein verbindliches Abkommen erwartet kaum noch jemand. Stattdessen sollen Einigungen in Teilbereichen wie etwa der Klimaschutzfinanzierung, der Technologiekooperation oder dem Waldschutz erzielt werden.

Die Bundesregierung wertete das Ergebnis des Umweltberichts als Zeichen dafür, dass Deutschland weltweit führend beim Klima- und Umweltschutz sei. "Klima- und Umweltschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz tragen in großem und wachsendem Umfang zur wirtschaftlichen Entwicklung, zur Wertschöpfung und zur technologischen Entwicklung in unserem Land bei", sagte Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Er verwies darauf, dass der deutsche Anteil am Weltmarkt für Umwelttechnologien 224 Milliarden Euro betrage, das entspreche 16 Prozent. Damit sei der Umweltsektor "nicht nur Wachstumstreiber, sondern auch Beschäftigungsmotor".

Als besondere Herausforderung bezeichnete das Umweltministerium die Bewältigung wachsender Verkehrsmengen. Zwischen 1991 und 2008 sei das Verkehrsleistung im Güterverkehr in Deutschland um 67 Prozent, beim Personenverkehr um 25 Prozent gestiegen. Die Bundesregierung strebe daher an, einen erheblichen Anteil des Güterverkehrs auf Schiene und Binnenwasserstraßen zu verlagern.

sk/dapd

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