Mittwoch, 27. Juli 2016

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Mobilfunk-Riesen unter sich Netzagentur startet Frequenzauktion - Startups müssen draußen bleiben

Geldsegen für den Bund: Bei der legendären Versteigerung der UMTS-Lizenzen im Jahr 2000, auf dem Höhepunkt des Internet-Hypes, kassierte der Bund am Ende 50 Milliarden Euro. Diesmal dürfte deutlich weniger herausspringen - obwohl die Funknetze aktuell an ihre Grenzen stoßen

Bei der anstehenden Auktion von neuen Funkfrequenzen bleiben die drei deutschen Mobilfunkriesen unter sich. Zu der Versteigerung seien die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen, Telefonica Deutschland ("o2") und Vodafone Börsen-Chart zeigen zugelassen worden, sagte ein Sprecher der Netzagentur am Mittwoch. Nicht dabei ist damit das Startup-Unternehmen Liquid Broadband, das ebenfalls für die Mobilfunkfrequenzen bieten wollte.

Bei der Auktion, die am 27. Mai in Mainz beginnt, geht es für die drei Netzbetreiber um alles oder nichts. Dort werden die Marktverhältnisse für die nächsten Jahrzehnte zementiert.

Frequenzen sind ein knappes Gut und deshalb teuer. Die Verteilung liegt in der Hand des Bundes, der die Nutzungsrechte in der Regel für 20 Jahre an die Meistbietenden versteigert und auch die Einnahmen einstreicht. Seriös prognostizieren lassen sich diese allerdings nicht.

4,4 Milliarden Euro bei der Auktion 2010 - und 50 Milliarden Euro im Jahr 2000

Bei der letzten Auktion vor fünf Jahren legten Telekom, Vodafone und die mittlerweile fusionierten Firmen E-Plus und Telefonica zusammen 4,4 Milliarden Euro auf den Tisch. Allerdings hat sich die Branche seitdem deutlich gewandelt, da die Funknetze wegen des Booms von Smartphones und Tablet-Computern bald an ihre Grenzen stoßen.

Und da künftig wohl so gut wie jedes technische Gerät - vom Kühlschrank bis zum Auto - ständig mit dem Internet verbunden sein wird, steigen die Anforderungen noch weiter.

Als ausgeschlossen gilt, dass die jetzige Versteigerung so aus dem Ruder läuft wie die legendäre UMTS-Auktion zur Jahrtausendwende. Damals, auf dem Höhepunkt des Internethypes, hatten Neueinsteiger das Wettbieten angefacht, so dass am Ende 50 Milliarden Euro als Auktionserlös an den Fiskus wanderten.

la/dpa/reuters

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