Berlin - Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern wachsen wie die deutsche Wirtschaft deutlich langsamer. Im Oktober summierten sie sich auf 37,7 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Von Januar bis Oktober legten sie mit 5,4 Prozent mehr als doppelt so stark zu, schrieb das Bundesfinanzministerium in seinem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht.
Im September lag das Plus noch bei 4,2 Prozent. Garant für den Steuerzuwachs ist die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. Dadurch zogen die Einnahmen aus der Lohnsteuer um 6,7 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro an. Dagegen gingen die Umsatzsteuern um 3,7 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro zurück.
Vor wenigen Wochen hatte die offizielle Steuerschätzung bereits ergeben, dass die Steuereinnahmen - einschließlich der Gemeindesteuern - im laufenden Jahr erstmals über die Marke von 600 Milliarden Euro klettern. Der Staat profitiert dabei unter anderem von der guten Beschäftigungslage und den jüngsten Lohnerhöhungen.
Schwächere Konjunktur, geringere Steuereinnahmen
Ein Grund für die langsamer wachsenden Steuereinnahmen dürfte die schwächere Konjunktur sein. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 0,2 Prozent zu; für das Schlussquartal rechnen viele Ökonomen sogar mit einem Minus. "Im Winterhalbjahr dürfte es zu einer temporären 'Konjunkturdelle' kommen", sagt das Finanzministerium voraus. Die Exporterwartungen der Unternehmen und die Auslandsaufträge zeigten "eine deutliche Abwärtsbewegung".
Die Kauflaune der Verbraucher sei aber noch gut. "Der private Konsum dürfte auch im Schlussquartal stützend wirken", hieß es. Dazu dürften neben der noch guten Lage am Arbeitsmarkt auch die ruhige Entwicklung der Verbraucherpreise beitragen.
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