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07.02.2012
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Teure Rennstrecke

Rheinland-Pfalz kündigt Pachtvertrag für Nürburgring

Der Nürburgring: Totes Rennen um verlorene Millionen
DPA

Der Nürburgring: Totes Rennen um verlorene Millionen

Es ist eine schwere Niederlage für Kurt Beck: Das Land Rheinland-Pfalz hat den Pachtvertrag für den Nürburgring gekündigt. Das Prestigeprojekt kostete das Land viele Millionen, doch der Ministerpräsident verteidigte es. Nun steht er unter dem Verdacht, das Desaster verschleiert zu haben.

Mainz - Das Land Rheinland-Pfalz will sich von den privaten Betreibern der Rennstrecke Nürburgring trennen. Es hat einen entsprechenden Pachtvertrag gekündigt. Verkehrsminister Roger Lewentz sagte am Dienstag in Mainz, er sei in den vergangenen Monaten zu der Überzeugung gekommen, dass eine gute Zukunft für den Ring "mit den jetzigen Pächtern nicht möglich" sei.

Das Kabinett nahm am Dienstag einen Vorschlag von Lewentz entgegen. Das Dokument des SPD-Politikers sieht vor, dass die größtenteils landeseigene Nürburgring GmbH die Verträge mit der privaten Nürburgring Automotive GmbH (NAG) kündigt - unter anderem wegen eines Streits über Pachtzahlungen.

Der Nürburgring-Kauf war ein Prestigeprojekt von Kurt Beck: Mit Millioneninvestitionen wollte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident die defizitäre Rennstrecke auf Kurs bringen. Doch diese verschlingt immer mehr Landesmillionen - und Becks Regierung steht unter dem Verdacht, das Ausmaß des Desasters zu verschleiern.

So versuchte Beck, einen teuren Freizeitpark an der Rennstrecke zu bauen. Doch die Suche nach Privatinvestoren scheiterte, den 330 Millionen Euro teuren Bau finanzierte schließlich eine landeseigene Bank. 2011 erhielt die Nürburgring GmbH, die zu 90 Prozent dem Land gehört, nach Informationen des "SPIEGEL" weitere direkte und indirekte Hilfen in Höhe von insgesamt 85 Millionen Euro.

Ein Sprecher des zuständigen Mainzer Innenministeriums hatte dem SPIEGEL Mitte Januar auf Nachfrage bestätigt, dass das Land im April und Dezember 2011 zwei Kredite über zusammen gut acht Millionen Euro ausgezahlt hatte. Um eine Insolvenz der Gesellschaft zu vermeiden, erklärte das Land zudem bei älteren Krediten von 20 Millionen Euro einen Rangrücktritt. Mit dieser indirekten Stützungsmaßnahme stellt das Land seine Ansprüche als Gläubiger zurück.

Der Streit zwischen Regierung und Pächtern war zuletzt eskaliert. Das Land hat Freizeitpark und die Rennstrecke seit Mai 2010 an die NAG verpachtet. Die Pächter behaupten, dass das Land ihnen noch Geld schulde, und halten die Pacht deshalb zurück.

ssu/dpa

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