Bankenmanager magazin RSS  - Banken - Banken


14.12.2011
Twitter GooglePlus Facebook

Bankenrettungsfonds

Bund schneidert neuen Soffin auf Commerzbank zu

Ein Hoffnungsschimmer in der Not: Der wiederbelebte Bankenrettungsfonds Soffin II nimmt nicht nur toxische Papiere, sondern auch Staatsanleihen auf - und kann damit die Commerzbank entlasten
DPA

Ein Hoffnungsschimmer in der Not: Der wiederbelebte Bankenrettungsfonds Soffin II nimmt nicht nur toxische Papiere, sondern auch Staatsanleihen auf - und kann damit die Commerzbank entlasten

Die Bundesregierung schneidert den wiederbelebten Bankenrettungsfonds der Commerzbank auf den Leib. Nach dem am Mittwoch verabschiedeten Gesetzentwurf können Geldhäuser auch Staatsanleihen in eine "Bad Bank" unter dem Dach des Soffin auslagern - dies würde der Commerzbank helfen.

Berlin - Deutschlands zweitgrößte Bank musste zuletzt wegen ihrer Tochter Eurohypo Milliardensummen auf Staatsanleihen abschreiben. Eine "Bad Bank" für die gesamte Eurohypo oder zumindest die toxischen Papiere in ihren Büchern würde der Commerzbank große Erleichterung verschaffen. Bis Juni hat das Finanzinstitut Zeit, sein Kapitalloch von 5,3 Milliarden Euro zu stopfen, das die europäische Bankenaufsicht EBA bei ihr ausgemacht hat. Schon im Januar muss die Bank ihre Pläne zur Kapitalaufstockung vorlegen.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Die zuletzt arg gebeutelte Aktie der Commerzbank Chart zeigen legte gegen den schwachen Markttrend zeitweise um bis zu 7 Prozent zu und war damit Spitzenreiter im Leitindex Dax Chart zeigen , der insgesamt schwächer tendierte. Die EBA will Europas Banken mit den strengeren Kapitalanforderungen wetterfest für eine weitere Verschärfung der Schuldenkrise machen.

Allein in Deutschland müssen sechs Banken 13,1 Milliarden Euro aufbringen, der Großteil davon entfällt auf die Commerzbank. Um diese verschärften Eigenkapitalanforderungen durchzusetzen, soll die deutsche Bankenaufsicht BaFin massiv gestärkt werden. Sie wird schon bei der Gefahr für die Finanzstabilität Vorgaben für die Eigenmittelausstattung von Banken machen können, wie aus dem Reuters vorliegenden Gesetzentwurf hervorgeht. Damit ist die ursprünglich erwogene Zwangskapitalisierung vom Tisch.

Neuer Soffin nimmt auch Staatsanleihen - und ist bis Ende 2012 befristet

Mit dem Soffin hatte die Bundesregierung schon in der ersten Finanzkrise 2008/2009 Banken unter die Arme gegriffen - insbesondere der Commerzbank und dem Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate. Ende 2010 lief der Rettungsfonds aus - nun wird er bis Ende 2012 wiederbelebt. Der Soffin II wird über die gleichen Möglichkeiten verfügen wie sein Vorgänger: Er kann Banken also Liquiditätsgarantien zur Verfügung stellen oder sich zur Eigenkapitalstärkung durch die Übernahme von Aktien beteiligen oder stille Einlagen gewähren.

Für Garantien stehen ihm 400 Milliarden Euro zur Verfügung, für Kapitalmaßnahmen 80 Milliarden Euro. Neu ist vor allem, dass Banken nicht nur wie bisher toxische Wertpapiere, sondern auch Staatsanleihen auslagern können. Genau das ist das Problem der Commerzbank.

Sie - beziehungsweise die Eurohypo - hatte Ende September 13,6 Milliarden Euro an Staatsanleihen aus den Schuldenstaaten in Südeuropa (PIIGS) in ihren Büchern. Commerzbank-Finanzchef Eric Strutz hatte jüngst noch einmal bekräftigt, dass die Bank nicht noch einmal zum Staat gehen wolle. "Wir haben weiterhin nicht vor, zusätzliche öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen."

Auch Konzern-Chef Martin Blessing hat mehrfach ausgeschlossen, die Bank erneut mit staatlichen Finanzmitteln retten zu lassen, und seine persönliche Zukunft daran geknüpft. Bei einer Bad Bank für die Staatsanleihen der Commerzbank oder der Eurohypo müsste nun aber kein Geld fließen.

Die Commerzbank Chart zeigen wollte sich zum Soffin II am Mittwoch nicht äußern. Finanz- und Koalitionskreisen zufolge führt die Bank seit einiger Zeit Gespräche in Berlin. Die BaFin konnte bislang erst dann tätig werden, wenn ein Institut in seiner Existenz gefährdet war. Mit dem SoFFin II darf die Behörde nun viel früher in Banken eingreifen und dabei ihr volles Instrumentarium einsetzen. Dazu gehört auch die Bestellung eines Sonderbeauftragten, der den Vorstand überstimmen kann.

Die BaFin kann Institute zudem dazu anhalten, Pläne zur Erhöhung der Eigenkapitalmittel vorzulegen und daran Nachbesserungen fordern. Wird kein Einvernehmen mit der Bank erzielt, kann der Sonderbeauftragte eingesetzt werden, der dann einen Hilfsantrag beim SoFFin II stellen würde.

la/reuters

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Rückabwicklung gefordert
Kläger machen mobil gegen Oppenheim-Esch
Milliarden-Staatshilfe
Bankia wird Spaniens HRE
Commerzbank-HV
Pfuis und Buhs für Blessing und Co.
Regulierung
EU-Expertengruppe plant Zwangsanleihe für Großbanken

© manager magazin online 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIO Contor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre Klinik Medführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apotheken imedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken