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24.01.2011
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Biolebensmittel

Giftiger Richtungsstreit

Von Kristian Klooß

Reiche Auswahl: Agrarministerin Ilse Aigner auf der Grünen Woche in Berlin
Getty Images

Reiche Auswahl: Agrarministerin Ilse Aigner auf der Grünen Woche in Berlin

3. Teil: Das Drehen an der Preisschraube

Die Auswirkungen des Dioxinskandals bekommen so vor allem die deutschen Landwirte zu spüren, die für den Export produzieren.

Zweifel an dieser Agrarpolitik lässt auch eine von den Grünen in Auftrag gegebene Studie der Universität Bonn wachsen. Die Studie dokumentiert, dass zwar der Umsatz mit Bioprodukten in Deutschland von 2000 bis 2009 um rund 180 Prozent gestiegen sei. Damit ist die Bundesrepublik inzwischen der größte Absatzmarkt für Produkte des ökologischen Landbaus in Europa.

Die Erzeuger in Deutschland halten mit diesem Wachstum jedoch nicht Schritt. Auch deshalb, weil Anreize zur Umstellung gestrichen wurden. Der Flächenanteil und die Zahl der deutschen Biobetriebe wuchs nach Berechnungen der Wissenschaftler im gleichen Zeitraum nur um 75 Prozent.

Die Konsequenz: mehr Importe. Bioeier aus Holland, Biogetreide aus Polen und Biogemüse aus Spanien werden so zur Regel - die CO2-Bilanz gehört schließlich nicht zu den Kriterien der Bioindustrie.

"In ökonomischer Hinsicht macht der Import Sinn", sagt Ulrich Köpke, Professor für organischen Landbau und einer der Autoren der Bonner Studie. Obwohl der entsprechende Konsumentenmarkt eigentlich existiere, wolle die Politik diese Nachfrage nicht durch mehr heimische Produkte bedienen. "Stattdessen wird vor allem an einer Stellschraube gedreht - am Preis", kritisiert Köpke.

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