Sonntag, 24. Juli 2016

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Digitale Wirtschaft 2015 Deutschland braucht einen Masterplan

Selbstfahrendes Autor mit Technik von Google: Große digitale Konzerne erobern die reale Wirtschaft

Deutschland droht den digitalen Wandel zu verpassen. Dabei sind Google und andere Player längst dabei, mit ihren Produkten auch die reale Wirtschaft zu erobern. Deutschland braucht einen nationalen Schulterschluss von allen Kräften in der Wirtschaft, Deutschland braucht einen Masterplan.

Im Rückblick auf das Jahr 2014 steht für die Digitale Wirtschaft zunächst die bittere Erkenntnis, dass ein "digitales made-in-Germany" im internationalen Online-Wettbewerb mal wieder nicht stattgefunden hat. Der größte Online-Händler in Deutschland ist weiterhin Amazon. Und Google, Facebook und Twitter hatten erneut die wirtschaftliche und gesellschaftliche Informationshoheit.

Die Marktkapitalisierung dieser "Digital-Big-5" (inklusive Apple) aus den USA ist immer noch in etwa genau so groß, wie die von allen deutschen Dax30-Konzernen zusammen. Der nächste Online-Riese aus dem Ausland steht mit Alibaba auch schon vor der Tür. Dieses chinesische Unternehmen schaffte am "Single-Day" (11.11.2014) im Netz einen Rekordumsatz von 7,9 Milliarden Dollar innerhalb von 24 Stunden. Das ist doppelt so viel, wie der Jahresumsatz der Kaufhauskette Karstadt, aber die hat ja eh die digitale Transformation verschlafen.

Die einzige Antwort aus Deutschland in diesem Bereich heißt Zalando und das ist wahrlich ein einsamer digitaler "Schrei vor Glück" im weltweiten Datennetz.

Deutschland findet im weltweiten Online-Wettbewerb nicht statt

Neben diesem aktuellen Stand sieht auch die Prognose nicht viel besser aus: Unter den weltweit 60 wertvollsten nicht-börsennotierten Internet-Startups mit einer Bewertung von mehr als eine Milliarde Dollar findet sich neben den dominierenden US-Unternehmen wie Uber, Airbnb, Dropbox, Palantir und Square sowie der neuen chinesischen Online-Macht mit Xiaomi, Vanct und Dianping mit Delivery Hero nur ein einziger deutscher Vertreter.

Und während in den USA pro Jahr etwa 200.000 neue Online-Startups angeschoben werden, zählen wir in Deutschland insgesamt gerade einmal 5000 junge Unternehmen in der digitalen Wirtschaft. Es ist daher schlichtweg nicht zu erwarten, dass es in naher Zukunft auch digitale Weltmarktführer aus Deutschland geben wird.

Nun könnte man auf die Idee kommen, dass dies nicht weiter tragisch ist, denn wir haben unsere Stärke ja immer noch in der realen Wirtschaft mit den vielen mittelständischen und industriellen Weltmarktführern. Doch diese Position ist gefährdet, denn die Player der digitalen Ebene dringen zunehmend auch in die klassischen Branchen ein.

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