Sonntag, 19. November 2017

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Exklusiv - Welthandelsindex Warum die Welt diese Woche nach China schaut

Übertragung eines "Go"-Spiels im chinesischem Wuzhen: Die Welt hat die Volksrepublik diese Woche im Fokus

Getty Images

China rückt in dieser Woche gleich aus mehreren Gründen in den Fokus: Mitte der Woche beginnt der große Parteikongress der chinesischen Kommunistischen Partei, auf dem Staats- und Parteichef Xi Jinping seine Macht vermutlich für die kommenden fünf Jahre stärken und die Modernisierung der chinesischen Wirtschaft vorantreiben wird.

Gleichzeitig werden offizielle Daten zum Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft im dritten Quartal erwartet. Die Wachstumszahlen dürften starke Beachtung finden, denn als zweitgrößte Volkswirtschaft auf dem Globus bestimmt China längst auch wesentlich das Schicksal der Weltwirtschaft.

Die Börsen scheinen der Veröffentlichung optimistisch entgegen zu blicken: Seit Monaten steigen an den chinesischen und anderen asiatischen Aktienmärkten die Kurse. Die positive Stimmung hielt auch in der vergangenen sowie zu Beginn dieser Woche an: Der chinesische CSI-300-Index, der die 300 größten Unternehmen an den Börsen von Shanghai und Shenzhen abbildet, erreichte am Montag das höchste Niveau seit August 2015.

Ein Grund dafür waren Beobachtern zufolge positive Signale aus Chinas Wirtschaft: Die Preise auf Produzentenebene zogen stärker an als erwartet. Am Freitag hatten bereits die Daten zum Außenhandel von Stärke gezeugt.

Markus Zschaber dürfte diese Entwicklung kaum verwundern. Als Chef des Instituts für Kapitalmarktanalyse (IfK) in Köln erstellt der Vermögensverwalter regelmäßig den Welt-Handelsindex - und hat dabei derzeit vor allem die Handelsaktivitäten Chinas im Blick.

"Die Importquoten in China von Waren und Dienstleistungen aus dem asiatischen Raum sind beeindruckend", sagt Zschaber. "China ist und bleibt damit das Zugpferd im Welthandel, wobei auch die USA und Europa gute Zahlen liefern." Bemerkenswert ist laut Zschaber auch, dass nicht nur Chinas sondern auch Japans Exporte zuletzt zulegten. Das spreche dafür, dass auch Wirtschaftsräume wie beispielsweise die USA derzeit besser expandieren, als noch vor einigen Wochen angenommen, so der Experte.

       Der        Welt-Handelsindex        vom Kölner Institut für Kapitalmarktanalyse ist auf den höchsten Stand seit 2006 gestiegen


Die Folge: Seit Monaten treibt insbesondere die Entwicklung in China den Welt-Handelsindex des IfK, den manager magazin online exklusiv präsentiert, in die Höhe. Wie auch die Grafik zeigt, hat der Index nun bei 82,7 Punkten den höchsten Stand seit 2006 erreicht - China sei Dank, so Zschaber.

Die Beobachtung des IfK deckt sich mit einer Einschätzung, die die chinesische Zentralbank jüngst publiziert hat. Demnach hat die chinesische Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wieder an Schwung gewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt könnte um 7 Prozent zulegen, erklärte Notenbankchef Zhou Xiaochuan am Montag. "Chinas Wirtschaftswachstum hat sich in den vergangenen Jahren verlangsamt, doch in diesem Jahr hat es sich belebt", so Zhou auf der Webseite der Zentralbank.

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