Donnerstag, 15. November 2018

Limburger Bischof Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst

Franz-Peter Tebartz-van Elst: Dem Limburger Bischof droht eine Geldstrafe

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst steht nicht nur wegen des millionenteuren Neubaus seiner Bischofsresidenz in der Kritik. Die Staatsanwaltschaft hat nun auch Strafbefehl wegen falscher eidesstattlicher Erklärungen in zwei Fällen beantragt.

Limburg/Hamburg - Die Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst werden immer größer. Neben der Kritik wegen der Kostenexplosion beim Neubau seiner nun 31 Millionen Euro teuren Bischofsresidenz muss sich Tebartz-van Elst nun auch einem Strafbefehl stellen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Limburger Bischof vor, im Zusammenhang mit einem Indienflug in zwei Fällen falsche Versicherungen an Eides statt vor dem Landgericht Hamburg abgegeben zu haben.

Damit droht dem umstrittenen Bischof eine Geldstrafe. Das Hamburger Amtsgericht prüft derzeit den bereits am 25. September eingereichten Antrag. Beim Bistum war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Bischof ist gegen den SPIEGEL vor dem Landgericht in zwei Zivilverfahren vorgegangen. Ihm wird vorgeworfen, dabei von ihm unterzeichnete Eidesstattliche Erklärungen eingereicht zu haben, die nach Ergebnis der staatsanwaltlichen Ermittlungen falsch sind.

Dabei geht es um die Klasse, in der er geflogen ist und Aussagen von ihm gegenüber einem für den SPIEGEL tätigen Journalisten dazu. In seinen Erklärungen habe der Bischof unter anderem gesagt, es habe keine erneute Rückfrage des Reporters "Aber Sie sind doch erster Klasse geflogen?" gegeben, und er habe darauf auch nicht die Antwort "Business-Klasse sind wir geflogen" gegeben. Diese Erklärungen sind der Staatsanwaltschaft zufolge falsch.

Kritik wegen Kostenexplosion beim Neubau der Bischofsresidenz

Nicht nur aus der Justiz bekommt der Bischof Gegenwind, auch im eigenen Bistum wird der 53-Jährige vor allem wegen der Kostenexplosion für den Neubau seiner Residenz angegriffen. Schwere Vorwürfe hatte der Bischof unter anderem vom Vermögensverwaltungsrat einstecken müssen. Dieser soll die Finanzen des Bischöflichen Stuhls überwachen.

Er verstehe, dass man bei der hohen Summe von 31 Millionen Euro erschrecke, sagte der katholische Bischof der "Bild"-Zeitung. "Aber dahinter stehen zehn einzelne Bauprojekte. Man muss viele Details kennen, etwa die Auflagen des Denkmalschutzes." Der hessische Denkmalschutz bestreitet allerdings, Auflagen gemacht zu haben.

Den Vorwurf des verschwenderischen Umgangs mit Kirchenmitteln wies Tebartz-van Elst in dem Interview zurück. "Wer mich kennt, weiß, dass ich keinen pompösen Lebensstil brauche", sagte er. Der Architekt des Baus, Stefan Dreier, sagte jedoch dem Radiosender HR-Info, extravagante Wünsche des Bischofs hätten die Kosten nach oben getrieben.

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mahi/dpa

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