Dienstag, 24. Mai 2016

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Sipri-Rüstungsranking Waffenverkäufe sinken - aber nicht bei Rheinmetall und ThyssenKrupp

Rüstungsindustrie: Tödliche Verkaufsschlager
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Getty Images

Deutsche Waffenschmieden wie Rheinmetall oder ThyssenKrupp haben 2014 deutlich mehr verdient als im Jahr zuvor. Rheinmetall rückte im weltweiten Rüstungsranking einen Platz auf und liegt mit Verkäufen im Wert von 2,97 Milliarden Dollar nun auf Rang 31. Das geht aus dem Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervor, der an diesem Montag vorgestellt wird. ThyssenKrupp kletterte vom 59. auf den 42. Platz und verkaufte Waffen im Wert von 2,31 Milliarden US-Dollar (2013: 1,77 Milliarden).

Damit stemmten sich deutsche und schweizerische Konzerne gegen den Trend. Insgesamt ergibt sich bei den deutschen Waffenschmieden ein Umsatzplus von 9,4 Prozent (Schweiz: plus 11,2 Prozent).

Weltweit betrachtet sanken die Rüstungsverkäufe zum vierten Mal in Folge. Zusammen setzten die Hersteller 401 Milliarden US-Dollar (rund 367 Milliarden Euro) und damit 1,5 Prozent weniger um als im Vorjahr. Vor allem die Hersteller in Nordamerika und Westeuropa machten 2014 weniger Kasse.

Anders in Russland: Die dortigen Rüstungskonzerne verkauften mehr Waffen. Der Sipri-Liste zufolge setzten die Hersteller 2014 48,4 Prozent mehr um als im Vorjahr. "Russische Unternehmen reiten auf der Welle der zunehmenden nationalen Militärausgaben und Exporte mit", sagte Sipri-Experte Siemon Wezeman laut einer Mitteilung. Die Zahl der russischen Produzenten in der Liste der 100 größten Rüstungsunternehmen stieg von neun auf elf.

Dominiert wird die Sipri-Liste allerdings weiter von den USA. Von dort kommen mit 38 Rüstungsunternehmen in den Top 100 die meisten Hersteller. Sieben davon waren 2014 unter den Top 10.

Spitzenreiter ist Lockheed Martin mit 37,5 Milliarden Umsatz 2014. Die Firma liegt seit 2009 stets auf dem ersten Platz, mit einem Anstieg der Waffenverkäufe von 3,9 Prozent. Platz zwei belegt der Boeing-Konzern (28,3 Milliarden US-Dollar), Platz drei geht an BAE Systems aus Großbritannien (25,7 Milliarden US-Dollar). Danach folgen mit Raytheon (21,3), Northrop Grumman (19,6) und General Dynamics (18,6) drei weitere US-Firmen.

Die Waffenverkäufe in der Ukraine brachen dagegen von 2013 auf 2014 drastisch ein. Gründe sind nach Einschätzung der Forscher der Konflikt mit Russland und der Wertverlust der Währung. Auf Chinas aufstrebende Waffenindustrie gehen die Friedensforscher in ihrem Bericht übrigens nicht ein. Der Grund: Von dort liegen nicht genügend Daten vor.


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ts/jok/dpa

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