Mittwoch, 24. Mai 2017

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Studie von MIT-Forschern 1200 vorzeitige Todesfälle durch VW-Abgasskandal möglich

Der vermehrte Schadstoffausstoß durch manipulierte VW-Dieselfahrzeuge wird viele Menschen erheblich belastet und ihre Lebenserwartung empfindlich gesenkt haben, behauptet eine Studie renommierter Wissenschaftler

Wissenschaftler des amerikanischen Elite-Instituts MIT kommen in einer Studie zu einem drastischen Schluss. Der VW-Abgasskandal könnte 1200 Menschen in Europa vorzeitig das Leben kosten.

Infolge des VW-Abgasskandals könnten einer Studie zufolge mehr als tausend Menschen in Deutschland und seinen Nachbarländern vorzeitig sterben. Aufgrund des vermehrten Schadstoffausstoßes bei 2,6 Millionen VW-Fahrzeugen, die in Deutschland zwischen den Jahren 2008 und 2015 verkauft wurden, würden 1200 Menschen in Europa ein Jahrzehnt ihrer Lebenszeit verlieren, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Studie.

Allein 500 vorzeitige Todesfälle werde es laut der Studie in Deutschland geben. Die übrigen 700 Fälle würden in Nachbarländern erwartet, darunter Polen, Tschechien und Frankreich.

An der im Fachmagazin "Environmental Research Letters" veröffentlichten Erhebung waren Forscher des renommierten Massachussetts Institute of Technology (MIT) beteiligt. Sie hatten bereits ausgerechnet, dass der VW-Abgasskandal in den USA zu 60 vorzeitigen Todesfällen führen könnte. Dort wurden 482.000 Volkswagen-Fahrzeuge verkauft, die mit der manipulierten Software ausgestattet waren.

Volkswagen hatte im Jahr 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Diesel-Fahrzeugen unterschiedlicher Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm sorgt bei standardisierten Tests für einen niedrigeren Ausstoß von schädlichen Stickoxiden als im normalen Betrieb im Straßenverkehr. In Deutschland wurden entsprechend manipulierte Fahrzeuge unter den Marken VW, Audi, Skoda und Seat verkauft.

afp

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