Dienstag, 23. Oktober 2018

Streiks in Niedersachsen, Hamburg, Stuttgart Verdi legt Nahverkehr und viele Kitas lahm

Nichts geht mehr in Hannover: Fahrzeuge von Mitarbeitern blockieren stehende Stadtbahnen im Depot der hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts haben die Gewerkschaften auch am Donnerstag ihre massiven Warnstreiks fortgesetzt. In mehreren Städten fuhren Busse und Bahnen nicht. Kitas wurden ebenso bestreikt. Mancherorts stellten die Müllentsorger die Arbeit ein. Auch in Krankenhäusern sollte es zu Warnstreiks kommen.

Die folgenreichen Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben erneut den Nahverkehr in mehreren deutschen Großstädten lahmgelegt. Besonders stark betroffen waren am Donnerstagmorgen Niedersachsen und der Großraum Stuttgart.

Am dritten Warnstreiktag in Folge bleiben zudem in vielen Kommunen Kitas und Stadtverwaltungen geschlossen. Mancherorts arbeiten Müllentsorger und Stadtreiniger nicht. Auch in Krankenhäusern waren Einschränkungen des Betriebs angekündigt. Bundesweit legen Zehntausende Beschäftigte des Bundes und der Kommunen ihre Arbeit nieder.

In Stuttgart stehen seit Betriebsbeginn die Bahnen und Busse der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) still. Nur die S-Bahn fährt. Auch die meisten Kitas, mehrere Hallenbäder und städtische Behörden sollten am Donnerstag geschlossen bleiben. In den Krankenhäusern waren Einschränkungen des Betriebs angekündigt.

In Hannover, Braunschweig und Wolfsburg bleiben Busse und Bahnen den ganzen Tag lang stehen - obwohl Schüler gerade Abiturprüfungen schreiben müssen. In diesen drei Städten sowie in Peine, Salzgitter und Einbeck sind auch die meisten Kitas geschlossen. Am Mittag (11.30 Uhr) erwartet Verdi rund 8000 streikende Angestellte zu einer Kundgebung in Hannover - Hauptredner soll dort Verdi-Chef Frank Bsirske sein.

In Hamburg bildete am Morgen die Stadtreinigung den Warnstreik-Auftakt, wie deren Sprecher bestätigte. Ebenfalls zur Arbeitsniederlegung aufgerufen sind die Mitarbeiter in den städtischen Kitas, bei der Hafenaufsicht, in den Theatern, den Bücherhallen sowie bei den Bundesbehörden wie Zoll oder Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Verdi-Chef Bsirske wird auch in der Hansestadt bei einer Kundgebung erwartet.

Am Nord-Ostsee-Kanal ist seit dem Morgen die Schleuse in Brunsbüttel geschlossen. Das bestätigte die Verkehrszentrale der Deutschen Presse-Agentur. Der Kanal ist eine Wasserstraße des Bundes. Im Laufe des Tages wollten in Schleswig-Holstein auch Beschäftigte von Kitas, Stadtverwaltungen, Bauhöfen, Stadtwerken und anderen Einrichtungen dem Aufruf der Gewerkschaften zum Warnstreik folgen.

Die anhaltenden Warnstreiks zielen auf die voraussichtlich abschließende Tarifrunde für die 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Sie beginnt an diesem Sonntag in Potsdam und soll bis voraussichtlich Dienstag dauern. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten 6 Prozent mehr Lohn. Aus Sicht der Arbeitgeber sind die Forderungen zu hoch.

Rei/dpa

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