Sonntag, 9. Dezember 2018

Milliarden-Rüstungsdeal USA billigen Raketenverkauf an Saudi Arabien

Eine Rakete des Flugabwehrsystems Thaad steigt auf. Die US-Regierung hat dem Verkauf von 44 Abschussrampen und Raketen des Systems an Saudi Arabien zugestimmt
DPA/ Department Of Defense
Eine Rakete des Flugabwehrsystems Thaad steigt auf. Die US-Regierung hat dem Verkauf von 44 Abschussrampen und Raketen des Systems an Saudi Arabien zugestimmt

Ob Jemen-Krieg oder Ermordung des Journalisten Khashoggi - US-Präsident Trump stellt in den Beziehungen zu Saudi Arabien geschäftliche Interessen vorne an. Das belegt ein neuer Waffendeal zwischen Washington und Riad. Die US-Regierung hat zugestimmt, Abschussrampen und Raketen an das Königreich zu liefern. Dabei ist die Unterstützung im Jemen-Krieg selbst im US-Senat höchst umstritten.

Inmitten des Streits um die US-Unterstützung für Saudi-Arabien im jemenitischen Bürgerkrieg hat Washington den Weg für ein strategisch bedeutsames Waffengeschäft mit Riad im Wert von 15 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) freigemacht.

Die US-Regierung stimmte dem Verkauf von 44 Abschussrampen sowie von Raketen des Flugabwehrsystems THAAD an Saudi-Arabien zu, berichteten US-Medien unter Berufung auf das US-Außenministerium berichteten. Demnach wurde die Vereinbarung bereits am vergangenen Montag unterzeichnet.

Das System Thaad des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin kann angreifende Kurz- und Mittelstreckenraketen in bis zu 150 Kilometern Höhe abfangen. Die Rakete hat eine Reichweite von 1000 Kilometern. Das modernste Abfangsystem der USA wurde bereits in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Südkorea verkauft.

Widerstand im US-Senat gegen Unterstützung Saudi Arabiens wächst

Im seit dreieinhalb Jahren andauernden Jemenkrieg haben die Huthi-Rebellen Kurzstreckenraketen auf Saudi-Arabien abgefeuert. Das Königreich führt eine Militärkoalition, die mit Luftangriffen die jemenitische Regierung gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen bekämpft. Washington liefert den Saudis dafür unter anderem Waffen, Munition und Geheimdiensterkenntnisse.

Allerdings wächst im US-Parlament der Unwillen über den Jemenkrieg, der katastrophale Folgen für die Zivilbevölkerung hat. Nach der Ermordung des saudischen Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat von Istanbul sind die Gegner einer Hilfe an die Saudis erstarkt. Am Mittwoch stimmte der Senat dafür, kommende Woche über eine Resolution zu debattieren, die Präsident Donald Trump zum Ende der Unterstützung Saudi-Arabiens im Jemenkrieg zwingen könnte.

Khashoggi war am 2. Oktober in das Konsulat in Istanbul gegangen, um Papiere abzuholen - und kam nie wieder heraus. Saudi-Arabien gestand nach massivem internationalen Druck, dass der Regierungskritiker dort getötet wurde. Das Königshaus beteuert, nichts davon gewusst zu haben. Die Diskussion dreht sich um die Frage, ob der Kronprinz Mohammed bin Salman hinter dem Mord stand.

rei/dpa/afx

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