Samstag, 23. Februar 2019

Australien kauft bei französischem Konzern 30 Milliarden für neue U-Boote - Thyssenkrupp geht leer aus

DCNS-Prototyp für die australische Marine
DPA/ EPA / DCNS
DCNS-Prototyp für die australische Marine

Australien modernisiert seine Flotte und ordert 12 U-Boote für umgerechnet 30 Milliarden Euro bei einem französischen Konzern. Thyssenkrupp hatte sich auch um den Auftrag beworben, ging jedoch leer aus.

Australien hat das größte Rüstungsgeschäft seiner Geschichte abgeschlossen: Die Regierung in Canberra unterzeichnete am Montag einen Vertrag mit Frankreich zur Lieferung von zwölf U-Booten im Gesamtwert von umgerechnet mehr als 30 Milliarden Euro. Die U-Boote sollen Australien helfen, seinen strategischen Einfluss in der Region zu sichern. Bei dem Geschäft ging der deutsche ThyssenKrupp-Konzern leer aus.

Bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Canberra bezeichnete der australische Premierminister Scott Morrison das Geschäft mit dem französischen Rüstungskonzern Naval Group als "größte Investition in die Verteidigung in Friedenszeiten".

Die Naval Group hatte bereits 2016 den Zuschlag für den Bau der U-Boote erhalten. Der französische Rüstungskonzern, der sich damals noch DCNS nannte, setzte sich damit unter anderen gegen den deutschen Konkurrenten ThyssenKrupp durch. Die Naval Group wird zu gut 62 Prozent vom französischen Staat gehalten.

Die U-Boote sollen ab Anfang der 2030er-Jahre ausgeliefert werden. Sie sollen den veralteten Bestand der australischen Marine ersetzen. Gebaut werden die U-Boote in Australien. In Adelaide im Süden des Landes sollen rund 2800 Arbeitsplätze entstehen, in Frankreich werden rund 500 Menschen beschäftigt.

Australiens Premier Scott Morrison lacht bei der Vertragsunterzeichnung
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Australiens Premier Scott Morrison lacht bei der Vertragsunterzeichnung

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly nannte das Rüstungsgeschäft in Canberra ein Zeichen des "Vertrauens" zwischen beiden Ländern. Damit erhalte Australien einen strategischen "Vorteil über die gesamte Region".

In den Gewässern nördlich und östlich von Australien ringen China, die USA und Regionalmächte um Einfluss. Peking erhebt Anspruch auf das Südchinesische Meer und hat dort mehrere künstliche Inseln aufgeschüttet. Washington fürchtet, dass sich China den Einfluss über die wichtige Schifffahrtsstraße sichern will.

rei/afp

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