Samstag, 27. August 2016

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Die Transferkönige aus der Super League Warum Chinas Milliardäre mit Fußballgeld um sich werfen

Statista

Zugegeben, die Fußball-WM hat China noch nicht gewonnen. Einen Weltmeister-Titel hat sich die Super League des Landes in diesem Jahr allerdings erstmals gesichert: Keine andere Liga der Welt hat im Winter mehr Geld für Spielertransfers ausgegeben, wie die Grafik zeigt, die Statista für manager-magazin.de erstellt hat. Fast 259 Millionen Euro hat die Super League allein im Winter in neue Spieler gesteckt - und so nicht nur für vier der fünf teuersten Transfers der Wechselperiode gesorgt, sondern auch mehr ausgegeben als die sportlich deutlich stärkeren Oberklassen aus Italien, Deutschland und Spanien zusammen (85,85 Millionen / 47,92 Millionen / 31,92 Millionen Euro).

Gestützt von schwerreichen Unternehmern und der politischen Großwetterlage, schmeißen Chinas aufstrebende Fußballclubs mit Geld nur so um sich: "Es gibt einen neuen Grund für chinesische Milliardäre, in den Fußball zu investieren - politisches Kapital für unsichere Zeiten aufzubauen", zitiert der Sportinformationsdienst etwa Rowan Simons, einen Experten für den chinesischen Fußball. Chinas Geld-Aristokratie tummele sich nun im Fußball, um Präsident Xi Jinping zu gefallen.

Alibaba, der von Jack Ma begründete Handels-Gigant, hält etwa Anteile an Guangzhou Evergrande: Das Team wird von Weltmeister-Macher Luiz Felipe Scolari trainiert und hat sich jüngst für 42 Millionen Euro mit Jackson Martinez von Atletico Madrid verstärkt. Hinter Jiangsu Suning, das mit den Brasilianern Alex Teixeira und Ramires noch heftiger auf dem Transfermarkt zugeschlagen hat, steht die milliardenschwere Suning Commerce Group.

Xi: Fußball kann "unermüdlichen Kampfgeist" wecken

Abgesehen von den schwerreichen Gönnern der Vereine stammt das dafür notwendige Geld wie etwa auch in der Premier League aus einem milliardenschweren TV-Rechte-Vertrag: Li Ruigang, Milliardär und Chef von China Media Capital, hat im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Dollar für die Übertragungsrechte der kommenden fünf Jahre auf den Tisch gelegt.

Dieser Aufschwung ist politisch gewollt. Staatspräsident Xi gilt als fußballverrückt: Schon 2011 hatte er öffentlich den Wunsch formuliert, sein Land möge einst Fußball-Weltmeister werden. "Fußball kann eine wichtige Rolle dabei spielen, die Konstitution der Menschen zu stärken und einen unermüdlichen Kampfgeist zu erzeugen", sagte er im vergangenen Jahr.

Neben der politischen Bedeutung der Transfers sehen Beobachter allerdings auch eine andere Triebfeder im Wettlauf um die größten Stars: "Jeder versucht, sich gegenseitig zu beeindrucken und all die anderen Clubs zu übertreffen", sagte etwa Mark Dreyer, Gründer eines China-Sport-Blogs, der Financial Times.

Vier von ihnen wechseln zu chinesischen Clubs: Die fünf teuersten Transfers des Winters


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