Samstag, 22. September 2018

EU kämpft gegen Steuersünder Liste der Steueroasen schrumpft - Berater in der Pflicht

Karneval in Trinidad: Trinidad und Tobago ist eines von neun Steueroasen-Ländern auf der schwarzen Liste der EU.

2. Teil: "EU-Länder erweisen ehrlichen Steuerzahlern einen Bärendienst"

Künftig können etwa Überweisungen in Steuerparadiese als verdächtig gelten. Kommen die Finanzvermittler der Meldepflicht nicht nach, können Strafen verhängt werden. Die Steuerbehörden der einzelnen Staaten müssen die erhaltenen Informationen zudem automatisch untereinander austauschen.

"Das ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Steuervermeidung", sagte Finanz-Staatssekretär Jens Spahn (CDU). "Das ist eine soziale Gerechtigkeitsfrage im klassischen Sinn." Am Ende hätten sämtliche Staaten ihre Bedenken gegen das Vorhaben aufgegeben.

Die Staaten haben nun bis zum 31. Dezember 2019 Zeit, die Vorgaben in nationales Recht umzusetzen. Von Mitte 2020 an sollen dann die neuen Regelungen europaweit gelten.

"Erst durch die Hilfe von Banken, Steuerberatern oder Anwälten können Milliarden am Fiskus vorbei geschleust werden", meinte der Grünen-Finanzexperte im Europaparlament, Sven Giegold. "Es ist bedauerlich, dass die Mitgliedstaaten den Starttermin für die Berichtspflicht um eineinhalb Jahre verschoben haben und eine Überprüfung der Kriterien für meldepflichtige Steuersparmodelle frühestens Mitte 2022 stattfinden wird", ergänzte er. "Mit der Verzögerung erweisen die EU-Länder den ehrlichen Steuerzahlern einen Bärendienst."

cr/dpa

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