Mittwoch, 28. September 2016

US-Vorwahlkampf Sarah Palin unterstützt Donald Trump

Trump und Palin in New York (Archivbild 2011): "Sie ist eine Freundin"

Donald Trump kann im US-Vorwahlkampf einen wichtigen Erfolg verbuchen: Mit Sarah Palin spricht sich die bekannteste Vertreterin der erzkonservativen Tea Party für ihn als Präsidentschaftskandidaten aus. Der Milliardär fühlt sich "geehrt", sein Widersacher Ted Cruz dürfte sich ärgern.

Die frühere Gouverneurin des US-Bundesstaates Alaska und Aktivistin in der Tea-Party-Bewegung, Sarah Palin, unterstützt Donald Trump als Präsidentschaftskandidaten. Knapp zwei Wochen vor den ersten Vorwahlen im Bundesstaat Iowa kann der republikanische Präsidentschaftsanwärter Trump damit einen wichtigen Erfolg verbuchen.

"Ich fühle mich geehrt, Sarahs Unterstützung zu bekommen", sagte Trump in einer Erklärung: "Sie ist eine Freundin und eine hochkarätige Person, die ich sehr respektiere." In der Mitteilung wird wiederholt darauf hingewiesen, wie "begehrt" und "wirkmächtig" die Unterstützung Palins sei. Trumps schärfster innerparteilicher Widersacher Ted Cruz wird in dem Schreiben mit den Worten zitiert: "Ohne Sarah Palin wäre ich heute nicht im US-Senat... Sie hat einen Blick für Gewinner."

Die Zusammenarbeit Trumps mit Palin wird als Versuch des New Yorkers gewertet, Cruz zu übertrumpfen. Der Texaner ist politisch ebenfalls am rechten Rand der Republikaner angesiedelt und hat bisher viele Anhänger in der Tea Party, die sich über die Reformen von Amtsinhaber Barack Obama ärgern.

In Iowa findet am 1. Februar die erste Vorwahl statt, Cruz und Trump liefern sich dort in Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Landesweit sehen die Meinungsforscher Trump dagegen deutlich vorne. Der Milliardär macht im Wahlkampf Stimmung gegen illegale Einwanderer und Muslime. Sein zentrales Versprechen ist, "Amerika wieder großartig" zu machen.

Energieministerin Palin?

Palin gilt - wie Trump - als Medienprofi. Sie ist im Umgang mit Reportern und Fernsehkameras vertraut und wird - ebenfalls wie Trump - oft dafür kritisiert, mehr Schlagworte als Substanz zu liefern. Ihr Einfluss unter den Republikanern hat in den vergangenen Monaten zwar nachgelassen. Dennoch dürfte ihre öffentliche Unterstützung Trump Auftrieb geben. Mehrere republikanische Präsidentschaftsbewerber hatten sich um ihre Unterstützung bemüht, darunter auch Cruz.

2008 hatte der Republikaner John McCain Palin für das Amt der Vizepräsidentin nominiert - die Kandidatur blieb erfolglos. Palin blamierte sich vor allem mit peinlichen Aussagen zur Außenpolitik und wurde zu einer der am häufigsten parodierten Politfiguren in den USA. 2012 erwog sie dann, selbst als Präsidentschaftskandidatin anzutreten.

In den vergangenen Jahren wurde es ruhiger um Palin. Sie veröffentlichte zwar noch ein Buch und ließ sich auch bei Parteiveranstaltungen sehen - fiel ansonsten aber nicht mehr in vorderster Front der US-Politszene auf. Palin lehnt die Evolutionstheorie, Homo-Ehen und Abtreibungen strikt ab. Sie gilt als begeisterte Jägerin und ist Teil der Waffenlobby. Ihre Anhänger feiern sie als bodenständige und patriotische Anwältin erzkonservativer Werte.

Im vergangenen September hatte die Politikerin in einem CNN-Interview erklärt, sie wäre gerne Energieministerin unter Trump. Allerdings würde sie vielleicht gar nicht lange im Amt bleiben, sollte er sie wirklich ins Kabinett holen, sagte Palin. Falls sie an der Spitze des Ministeriums stünde, würde sie es abschaffen.

mka/aar/dpa/AFP

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