Dienstag, 31. Mai 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Sanktionen des Westens Russland schröpft Rentenkasse für Unternehmens-Hilfsfonds

Rubel-Münze: Anleger ziehen sich aus den russischen Finanzmärkten zurück

Der Rubel rollt auf ein Rekordtief, der Wirtschaft geht das Geld aus: Moskau legt einen milliardenschweren Hilfsfonds für Unternehmen auf, die von den Sanktionen des Westens betroffen sind - zulasten der Rentenkasse.

Moskau/Brüssel/Kiew - Russland legt wegen der Sanktionen des Westens im kommenden Jahr einen milliardenschweren Hilfsfonds für Unternehmen auf. Dieser werde eine beträchtliche Größe haben, sagte Finanzminister Anton Siluanow der russischen Nachrichtenagentur Ria. Ein genaues Volumen wurde zunächst nicht genannt.

In den Topf sollten Gelder fließen, die ursprünglich für die Rentenkasse bestimmt waren, wurde Siluanow zitiert. Damit würden dem Haushalt rund 300 Milliarden Rubel (6,3 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt. Die Summe solle aber nicht komplett in den neuen Hilfsfonds eingebracht werden. Aus dem Haushalt für dieses Jahr blieben aber 100 Milliarden Rubel übrig, die ebenfalls in den Fonds fließen sollen.

Die USA und die EU haben wegen der anhaltenden Ukraine-Krise schärfere Wirtschaftssanktionen beschlossen, die sich vor allem gegen Russlands Energie-, Rüstungs- und Finanzsektor richten. Der größte russische Ölproduzent Rosneft Börsen-Chart zeigen hat deswegen die Regierung in Moskau bereits um Hilfe gebeten. Er bezifferte seinen Bedarf auf 1,5 Billionen Rubel (30,5 Milliarden Euro).

Aus Furcht vor einer Sanktionsspirale haben sich weitere Anleger aus den russischen Finanzmärkten zurückgezogen. Die Währung des Landes fiel daraufhin den dritten Handelstag in Folge auf ein Rekordtief. Ein Dollar kostete zeitweise 38,10 Rubel. Die Leitindizes der Moskauer Aktienbörse drehten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus.

Sollte die russische Regierung nach der jüngsten Verschärfung der Sanktionen durch EU und USA auf drastische Gegenmaßnahmen verzichten, könnte der Dollar-Kurs schnell wieder auf 37,50 Rubel fallen, schrieb Natalia Samoilowa, Chef-Analystin von Golden-Hills-Kapital in einem Kommentar. Russland hatte eine "ruhige und angemessene" Reaktion angekündigt.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH