Mittwoch, 20. Juni 2018

Russland kontert in Spionage-Affäre "Schmutziger Versuch der Briten, Russland in Verruf zu bringen"

Russlands Außenminister Lawrow: "Schmutziger Versuch der britischen Behörden, Russland in Verruf zu bringen"

2. Teil: Einsatz eines jeden Nervenkampfstoffes "abscheulich" und "völlig inakzeptabel"

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) äußerte sich "sehr besorgt". Die Bundesregierung verurteile den Anschlag "auf das Schärfste". Deutschland stehe solidarisch an der Seite Großbritanniens. "Klar ist: Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden", betonte Gabriel. "Sollte sich bestätigen, dass Russland dahinter steht, wäre das ein sehr ernster Vorgang."

Der Vize-Präsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, sicherte London am Dienstag die "unmissverständliche, unerschütterliche und sehr starke europäische Solidarität" zu. Auch Frankreich sagte London Unterstützung zu. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte, der Einsatz eines jeden Nervenkampfstoffes sei "abscheulich" und "völlig inakzeptabel". Als "sehr besorgniserregend" bezeichnete der Leiter der Organisation für das Verbot chemischer Waffen, Ahmet Üzümcü, den Fall Skripal.

Der 66-jährige frühere russische Agent und seine 33-jährige Tochter Julia waren am 4. März in Salisbury südwestlich von London bewusstlos auf einer Bank aufgefunden worden. Sie wurden mit lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Der britische Rundfunksender BBC berichtete, die Ermittler gingen inzwischen davon aus, dass das Nervengift in Pulverform über die Lüftung von Skripals Auto verteilt wurde.

Der langjährige Geheimdienstoffizier war 2006 in Russland wegen Spionage für Großbritannien zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Im Zuge eines spektakulären Gefangenenaustauschs kam er 2010 nach Großbritannien.

cr/afp

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